Bis zu 30 Prozent weniger Staatsausgaben durch Direkte Demokratie

Kantonswappen in der Kuppelhalle des Bundeshauses

Zwischen Schweizer Kantonen mit stark ausgeprägter Direkter Demokratie und Schweizer Kantonen mit schwach ausgeprägter Direkter Demokratie gibt es Unterschiede. Das beobachtet eine im Dezember 2011 letztmals überarbeitete Studie zweier Ökonominnen, die 331 schweizerische Volksabstimmungen zwischen 1950 und 2000 auswerteten (als Grundlage verwendet wurden gemäss Seite 9 der Studie diese Daten):

In particular, cantons with stronger direct democratic institutions are more conservative, prefer less spending and less redistribution than voters in cantons with weaker voter control over the budget.

Namentlich sind Kantone mit mehr direkter Demokratie konservativer und bevorzugen weniger Ausgaben und weniger Umverteilung als Wähler in Kantonen mit schwächerer direktdemokratischer Budgetkontrolle. [Übersetzung: DirekteDemokratie.com]

Der positive Einfluss Direkter Demokratie auf die Budgetkontrolle ist gross, beachtliche 30 Prozent weniger Ausgaben wurden beobachtet. Sogar wenn die Wähler ausgabenfreudige Parteien wählen, bleiben die direktdemokratischen Möglichkeiten budgetkontrollierend:

Even after controlling for voter preferences, however, direct democracy decreases canton spending by 11 percent. Hence, direct democracy has real consequences for the policy-making process: either directly by preventing the realization of expensive projects or by changing political decision-making in the parliaments.

Sogar unter Berücksichtigung der Wählervorlieben führt direkte Demokratie zu 11 Prozent weniger Kantonsausgaben. Direkte Demokratie hat daher tatsächlich Konsequenzen auf die Ausgestaltung der Politik: entweder direkt durch die Verhinderung von teuren Projekten oder durch eine eine veränderte Entscheidungsfindung in den Parlamenten. [Übersetzung: DirekteDemokratie.com]

Herausgefunden haben das Patricia Funk von der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona und Christina Gathmann von der Universität Heidelberg.

Studie zum Nachlesen: «Preferences Matter! Voter Preferences, Direct Democracy and Government Spending» (econ.upf.edu, PDF, 2011).

Eine frühere Studie der beiden untersuchte Ähnliches:

«Does Direct Democracy Reduce the Size of Government? New Evidence from Historical Data, 1890-2000″ (uni-mannheim.de, PDF, 2010).

Bild: Kantonswappen in der Kuppelhalle des Bundeshauses (Fotoaussschnitt),
Parlamentsdienste 3003 Bern.

Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder weitergegeben.

Sie können diese HTML-Tags und -Attribute verwenden <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

  • RSS Twitter Facebook