Wutbürger nicht von Nöten

In direktdemokratischen Verhältnissen braucht der Wutbürger nicht wütend zu sein. Denn er hat die Möglichkeit, selbst den Staat zu verändern.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat das Wort «Wutbürger» zum Wort des Jahres 2010 gekürt.

Das trifft die Situation in Deutschland leider nur zu gut. Die Menschen im Land, die dem Staat und seinen Errungenschaften so vertrauen, sind enttäuscht. Sie merken, dass die Idee, dass für jeden gesorgt sei, wenn man den Politikern nur genug Geld gibt, nicht aufgeht.

Demonstration in Köln
Bild: Demonstrierende Bürger in Köln, Flickr/floriankuhlmann, CC BY-Lizenz

Sie fragen sich plötzlich, wieso die Politik so intransparent ist. Warum sie, die Bürger, überwacht werden sollen. Ob die vielen, vielen Steuern, die der Staat einfordert, richtig angelegt werden. Ob es wirklich so viele Beamte braucht. Ob ein Projekt wie Stuttgart21 richtig ist und tatsächlich so viel kosten muss. Ob es Parteien braucht, die zu allem bereit scheinen, nur um an die Macht zu kommen.

Die Wut auf die Herrschenden ist der Grund, warum es Revolutionen gab und gibt – aber nur die Vorstufe zur Beteiligung. Hat man die Herrschenden niedergebrüllt, entmachtet oder zurücktreten lassen, merkt man, dass es auch so einen Staat braucht. Nicht anarchische Verhältnisse sind der Ausweg, sondern demokratische.

Der Wutbürger wird überflüssig, wenn Entscheide direktdemokratisch getroffen werden. Weil in so einem System jeder die Möglichkeit hat, die Mehrheit von seiner Sicht zu überzeugen.

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