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		<title>Fraktionszwang statt «Nur dem Gewissen unterworfen»</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 18:55:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eben lief auf Phoenix eine Wiederholung einer Sendung von ZDF Info vom Dezember 2011, der sehenswerte Kurzfilm <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1522488/Die-Abweichler#/beitrag/video/1522488/Die-Abweichler"><strong>&#0171;Die Abweichler&#0187;</strong></a> (zdf.de, Video, 13:44 Minuten).</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2012/04/screenshot-zdfmediathek.de_.jpg" alt="Screenshot: «Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.»" title="" width="550" height="209" class="aligncenter size-full wp-image-4525" /></p>
<p><small>Screenshot: zdf.de.</small></p>
<p>Porträtiert werden vier Abgeordnete des deutschen Bundestags, die dazu stehen, ab und zu mal so zu stimmen, wie sie es für richtig halten und nicht so, wie die Fraktion, deren Mitglied sie sind, es ihnen vorgibt:</p>
<ul>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Bosbach">Wolfgang Bosbach</a>, CDU (direkt gewählt)
</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marco_B%C3%BClow">Marco Bülow</a>, SPD (direkt gewählt)
</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_Hamm-Br%C3%BCcher">Hildegard Hamm-Brücher</a>, FDP (Mitglied des Bundestags von 1976 bis 1990)
</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedbert_Pfl%C3%BCger">Friedbert Pflüger</a>, CDU (Mitglied des Bundestags von 1990 bis 2006)
</li>
</ul>
<p>Sie erzählen, dass sie dadurch Probleme bekommen haben, dass ihnen deshalb unter anderem Posten verwehrt blieben.<br />
<span id="more-4520"></span><br />
Dass sie so stimmen müssen, wie es ihr Gewissen ihnen sagt, ist allerdings in <a href="http://www.bundestag.de/dokumente/rechtsgrundlagen/grundgesetz/gg_03.html">Artikel 38</a> des deutschen Grundgesetzes festgehalten. In Absatz 1 heisst es klar, Abgeordnete seien <em>«nur ihrem Gewissen unterworfen»</em>:</p>
<blockquote><p>«Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.»</p></blockquote>
<p>Ein interessanter Fakt wird ab Minute 7:40 erwähnt:</p>
<blockquote><p>«Die Hälfte der Parteiabgeordneten kommt über Parteilisten in den Bundestag. Ob sie vor der Wahl einen guten Listenplatz bekommen, darüber entscheiden Parteifunktionäre. Mögliche Folge: Vorauseilender Gehorsam.»</p></blockquote>
<p>Wolfgang Bosbach erzählt darauf, dass alle, die gegen den Euro-Rettungsschirm gestimmt haben, direkt gewählte Abgeordnete waren, es war keiner dabei, der über die Liste in den Bundestag gekommen ist.</p>
<p>Sogar Marco Bülow von der SPD, der ein Buch zum Thema geschrieben hat («Wir Abnicker», wir haben bereits darauf <a href="/2010/06/02/bitte-hier-abnicken/">hingewiesen</a>), gibt zu, mehrfach gegen sein Gewissen mit der Fraktion gestimmt zu haben. Man könne das aber an zwei Händen abzählen. Aha.</p>
<p>In einer Direkten Demokratie mit Stimmgeheimnis gibt es keinen Fraktionszwang. Jeder und jede kann in Übereinstimmung mit dem eigenen Gewissen abstimmen.</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4520&amp;md5=0569c1f0ea83f27092b694cc24781bd8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>E-Voting: Mehr Sicherheit durch mehr Transparenz in der Schweiz?</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2012/03/14/e-voting-mehr-sicherheit-durch-mehr-transparenz-in-der-schweiz/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2012 13:45:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Steiger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Abstimmen und Wählen via Internet setzen voraus, dass Stimmbürger und Wähler den verwendeten E-Voting-Systemen vertrauen. Nur Abstimmungs- und Wahlergebnisse, denen Stimmbürger und Wähler vertrauen, geniessen jene Legitimation, die für eine funktionierende Demokratie notwendig ist. Das wichtigste Mittel zur Bildung von Vertrauen ist Transparenz, denn nur sie ermöglicht eine unabhängige und damit glaubwürdige Überprüfung der Sicherheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Abstimmen und Wählen via Internet setzen voraus, dass Stimmbürger und Wähler den verwendeten E-Voting-Systemen vertrauen. Nur Abstimmungs- und Wahlergebnisse, denen Stimmbürger und Wähler vertrauen, geniessen jene Legitimation, die für eine funktionierende Demokratie notwendig ist. Das wichtigste Mittel zur Bildung von Vertrauen ist Transparenz, denn nur sie ermöglicht eine unabhängige und damit glaubwürdige Überprüfung der Sicherheit von E-Voting.</p>
<h2 id="beispiel">Transparenz im E-Voting: Beispiel «Washington D.C.»</h2>
<p>Dank solcher Transparenz konnten beispielsweise Wissenschaftler die zahlreichen Sicherheitslücken bei einem E-Voting-Versuch in der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. aufdecken. Heise Online <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/E-Voting-System-in-den-USA-binnen-48-Stunden-geknackt-1463509.html">fasste</a> die entsprechende englischsprachige Publikation <a href="https://jhalderm.com/pub/papers/dcvoting-fc12.pdf">«Attacking the Washington, D.C. Internet Voting System»</a> (PDF) wie folgt zusammen (mit Hervorhebungen durch mich):</p>
<blockquote><p>«Forschern […] ist es […] gelungen, die Sicherheitsfunktionen eines Pilotprojekts für ein Online-Wahlverfahren der US-Hauptstadt Washington innerhalb kürzester Zeit größtenteils auszuhebeln. ‹Binnen 48 Stunden nach dem Aufschalten des Systems hatten wir fast die vollständige Kontrolle über den Wahlserver›, schreiben die Wissenschaftler in einem jetzt veröffentlichten Aufsatz […]. <strong>‹Wir konnten erfolgreich jede Stimmabgaben ändern und fast jede der geheimen Wahlurnen offenlegen.›</strong> Entdeckt worden sei der Hack erst nach knapp zwei Geschäftstagen ­ und auch das vermutlich nur, weil die Eindringlinge bewusst eine deutlich sichtbare Spur hinterlassen hätten.</p>
<p>Die Macher des kommunalen E-Voting-Systems, mit dem im Ausland lebende Wahlberechtigte ihre Stimme über eine Website abgeben sollten, luden Sicherheitsexperten 2010 zu Tests ein. […] <strong>Als vorbildhaft loben die Wissenschaftler die Transparenz des Systems.</strong> Seine Architektur habe aber grundlegende Sicherheitsschwächen aufgewiesen und gängigen Hackerangriffen wie einer ‹Shell Injection› nicht standgehalten.</p>
<p><strong>Die Wissenschaftler ziehen die Schlussfolgerung, dass sichere Online-Wahlsysteme generell schwierig zu konstruieren seien. Ein kleiner Konfigurations- oder Implementierungsfehler unterwandere die Legitimität des gesamten Wahlprozesses.</strong> Selbst wenn keine zentralen Server als besondere Angriffspunkte verwendet würden, ergäben sich zahlreiche Angriffspunkte. Um E-Voting sicher zu machen, müssten noch fundamentale Fortschritte im Security-Bereich gemacht werden.»</p></blockquote>
<p><span id="more-4468"></span></p>
<h2 id="bundeskanzlei">Bundeskanzlei: Vertrauen in E-Voting durch Transparenz</h2>
<h3 id="schweiz">Schweizer E-Voting bislang ohne Transparenz, aber …</h3>
<p>In der Schweiz mangelt es beim E-Voting (beziehungsweise Vote électronique) bislang noch weitgehend an <a href="/2011/07/18/geheimsache-e-voting-in-der-schweiz/">Transparenz</a>, so dass die Frage der tatsächlichen Sicherheit der eingesetzten <a href="http://www.bk.admin.ch/themen/pore/evoting/06579/index.html?lang=de">Systeme</a> offen bleiben muss. Erfreulich ist aber, dass die E-Voting-Verantwortlichen bei der Schweizerischen Bundeskanzlei die Bedeutung von Transparenz für Vertrauen in E-Voting erkannt haben, wie wir kürzlich anlässlich eines Gespräches in der Bundesstadt Bern feststellen durften.</p>
<p>Das Gespräch fand Ende Januar 2012 statt und resultierte aus der <a href="/2011/10/25/e-voting-in-der-schweiz-weiterhin-ohne-transparenz-aber/">Schlichtung</a> beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB), nachdem uns der eigentlich gewünschte direkte Zugang zu amtlichen E-Voting-Dokumenten durch die Bundeskanzlei verweigert worden war. In Bern anwesend waren Anina Weber (Projektleiterin «Vote électronique») und Oliver Spycher (Teilprojekt «Sicherheit», siehe jeweils <a href="http://www.bk.admin.ch/themen/pore/evoting/00775/index.html?lang=de">«Projektorganisation»</a> innerhalb der Bundeskanzlei). Auf Seiten des Vereins «DirekteDemokratie.com» wurde ich von Florian Mauchle mit seiner IT-Fachkompetenz begleitet.</p>
<h3 id="vertrauen">… Notwendigkeit von Vertrauen durch Transparenz erkannt</h3>
<p>Oliver Spycher ist unter anderem Mitglied der <a href="http://e-voting.bfh.ch/">«E-Voting Group»</a> an der Berner Fachhochschule und publiziert regelmässig über E-Voting-Sicherheit. Ende 2011 beispielsweise veröffentlichte er in der Zeitschrift «digma» gemeinsam mit zwei anderen Autoren den lesenswerten Artikel <a href="http://e-voting.bfh.ch/app/download/5015659161/DSV11.pdf?t=1320048076">«Vertrauensbildung bei Internetwahlen»</a> (PDF). Der Artikel stellt eine hervorragende Zusammenfassung all jener Massnahmen dar, die zur Vertrauensbildung bei E-Voting eingesetzt werden können. Nachfolgend als Beispiele die Massnahmen «Transparenz» und «Sicherheitsevaluierung» (mit Hervorhebungen durch mich):</p>
<blockquote><p>«<strong>[Transparenz] bildet das Schlüsselelement bei der Bildung von Vertrauen.</strong> Nur eine breit ausgelegte Informationspolitik erlaubt der Wählerschaft, das verwendete System zu verstehen oder es sich von unabhängigen Experten erklären zu lassen. […]</p>
<p>In der Vergangenheit war die verfügbare Information zu den meisten Internetwahlsystemen (im Folgenden nur kurz als Systeme bezeichnet) eher rar und beschränkte sich auf einzelne Systemaspekte. Dies liegt einerseits daran, dass private Unternehmen an der Entwicklung der Internetwahlsysteme beteiligt sind und ihr Produkt vor der Konkurrenz schützen wollen. Anderseits birgt Transparenz das Risiko, dass Wähler, die eigentlich dem System blind vertrauen würden, erst als Folge der öffentlichen Diskussion anfangen, Zweifel zu hegen. […]»</p></blockquote>
<blockquote><p>«<strong>Da viele Wähler die Sicherheitstechniken hinter den elektronischen Wahlsystemen nicht im Detail verstehen und prüfen können, ist eine weitere vertrauensbildende Massnahme die Evaluation des Internetwahlsystems</strong> und der technischen und organisatorischen Umgebung, in der es eingesetzt wird. Dabei sollte diese Evaluation nicht durch interne Experten und eigene Kriterien und Methoden erfolgen, sondern nach internationalen Standards […].</p>
<p>Standardisierte Verfahren haben den Vorteil, dass transparent ist, welche Teile des Systems nach welchen Anforderungen unter welchen Annahmen in welcher Tiefe geprüft werden.</p>
<p>[…]</p>
<p>Alle international anerkannten standardisierten Evaluationen sind sehr aufwändig und teuer. Entsprechend viel Zeit muss hierfür eingeplant werden. Ausserdem bezieht sich ein Zertifikat nur auf eine Version der Software. Nach jeder noch so kleinen Änderung müsste die gesamte aufwändige Evaluation wiederholt werden.</p>
<p>Viele Internetwahlprojekte wurden internen Evaluationen durch Experten unterzogen. Dabei ist für Aussenstehende leider nicht ersichtlich, was jeweils tatsächlich geprüft wurde. […]»</p></blockquote>
<p>Im offen geführten Gespräch hatten Florian Mauchle und ich Gelegenheit, zahlreiche Fragen rund um E-Voting mit den beiden Vertretern der Bundeskanzlei zu diskutieren. Kein Gegenstand der Diskussion war die Frage, ob E-Voting für die Schweiz notwendig und sinnvoll ist, denn die Bundeskanzlei ist an ihren politischen Auftrag zur (schrittweisen) Einführung von E-Voting gebunden.</p>
<p>Im Ergebnis halten wir das Bekenntnis der Bundeskanzlei zu (mehr) Transparenz im Schweizer E-Voting für glaubwürdig. Die Umsetzung muss in erster Linie in den Kantonen erfolgen, die weiterhin für Abstimmungen und Wahlen zuständig sind. Der Bund kann die notwendige Transparenz durch entsprechende Vorgaben im Sinn von Mindeststandards fordern. Die federführende Bundeskanzlei kann sich dabei auch auf einen Bericht der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_Sicherheit_und_Zusammenarbeit_in_Europa">Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa</a> (OSZE) stützen, der kurz nach unserem Gespräch veröffentlicht wurde.</p>
<h2 id="osze">OSZE: Forderung nach mehr Transparenz im Schweizer E-Voting</h2>
<p>In diesem <a href="http://www.osce.org/odihr/87417">OSZE-Bericht</a> (englischsprachig, PDF) zu den Eidgenössischen Wahlen im Herbst 2011 fordern die Wahlbeobachter der OSZE unter anderem mehr Transparenz und unabhängige Überprüfungen beim E-Voting in der Schweiz (mit Hervorhebungen durch mich):</p>
<blockquote><p>«[…] The careful, limited, and step-by-step manner in which Switzerland is introducing and testing internet voting is a good practice, both to ensure the integrity of the systems used and build public confidence in the process. In general, the OSCE/ODIHR EAM found the internet voting trials to work reliably and enjoy wide public trust. <strong>Nevertheless, there appear to be some weaknesses in the systems, including both legal and technical issues.</strong> […] <strong>Mandatory end-to-end tests of all internet voting systems should be held before each election</strong> to ensure compliance with legislation, guarantee system security and accuracy, and to protect the secrecy of the vote. A detailed list of criteria should be developed as the basis for testing. <strong>The results of these tests should be made public.</strong></p>
<p>[…]</p>
<p>In order to meet legal requirements and to ensure the integrity of internet voting systems, <strong>an independent body should be established to certify all systems, including through independent, third-party testing.</strong> Clear, written, and testable standards on certification should be developed and regularly reviewed and updated as the basis for the independent body’s work, covering such issues as security, transparency, reliability, ease of use, and protection of the secrecy of the vote. […] <strong>In line with international good practice, it is recommended that evaluations of internet voting be carried out by an independent body and that the reports are made public.</strong></p>
<p>[…]</p>
<p>To maintain the high public confidence in internet voting, further efforts  should be made to exchange good practice amongst cantons, explain technical and operational elements, and ensure appropriate safeguards for transparency and accountability. <strong>The Federal Chancellery, possibly through the internet voting task force, could take a leading role in communicating information to political parties, civil society, and the general public.</strong> […]»</p></blockquote>
<h2 id="kantonzuerich">Kanton Zürich: Überraschende Transparenz bezüglich E-Voting</h2>
<p>Unser gewünschter Zugang zu amtlichen E-Voting-Dokumenten im letzten Jahr scheiterte unter anderem am Widerstand des Kantons Zürich. Umso überraschender war für uns, dass solche Dokumente vom Kanton Zürich in der Zwischenzeit im <a href="http://data.rrb.zh.ch/appl/rrbzhch.nsf/0/C12574C2002FAA1FC1257942004EB439/$file/Evaluation_E-Voting_Z%C3%BCrich.pdf">Evaluationsbericht zur «E-Voting Testphase im Kanton Zürich 2008-2011»</a> (PDF) teilweise doch noch veröffentlicht wurden. So finden sich im Bericht beispielsweise viele Angaben zur Systemarchitektur sowie zu Sicherheitsfragen und -problemen. Ebenfalls im Bericht zu finden sind die bislang vertraulichen Verträge zwischen Kanton Zürich und Schweizerischer Eidgenossenschaft sowie zwischen dem Kanton Zürich und den anderen schweizerischen Kantonen, die das zürcherische E-Voting-System verwenden («Consortium»). Wer sich für E-Voting in der Schweiz interessiert, sollte sich den Kantonalzürcher Bericht als Pflichtlektüre vormerken.</p>
<h2 id="fazit">Fazit: Genügt Transparenz für sicheres E-Voting?</h2>
<p>Sichere Systeme für E-Voting sind aus heutiger Sicht sehr anspruchsvoll zu entwickeln und zu betreiben, denn kleinste Fehler führen zu Sicherheitslücken, die das Vertrauen in E-Voting grundlegend und dauerhaft zerstören können. Insofern ist fraglich, ob sicheres (oder zumindest ausreichend sicheres) E-Voting überhaupt möglich ist. Ohne entsprechende Transparenz kann die E-Voting-Sicherheit in der Schweiz nicht beurteilt werden, doch die zahlreichen bekannten Sicherheitsprobleme bei E-Voting im Ausland mahnen zur Vorsicht. Auch in der Schweiz kam es bereits zu Problemen, <a href="http://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&#038;msg-id=43719">kürzlich</a> im Kanton Luzern beispielsweise konnte eine Person ihre Stimme zwei Mal abgeben:</p>
<blockquote><p>«[…] Eine stimmberechtigte Person aus dem Kanton Luzern konnte unbeabsichtigt ihre Stimme zweimal abgeben. Dies wurde vom Genfer Monitoringssystem sofort erkannt und professionell behoben. Das Stimmgeheimnis wurde dabei nicht verletzt. Der Zwischenfall hat keine Auswirkungen auf das Resultat der Abstimmung.»</p></blockquote>
<p>In der Schweiz wird erst mehr Transparenz, insbesondere durch unabhängige Beurteilungen, diesbezüglich Klarheit bringen. Für die Befürworter und Verantwortlichen von E-Voting in der Schweiz – Erstere finden sich vor allem bei der Auslandschweizer-Organisation (ASO) – ist zu hoffen, dass die entsprechenden Ergebnisse positiv ausfallen werden. Sie müssten sich ansonsten fragen lassen, wieso sie E-Voting mit all seinen bekannten Risiken förderten, obwohl mit dem brieflichen Abstimmen und Wählen bereits eine bewährte Alternative für Urnen-Abstimmung und -Wahl zur Verfügung steht, deren Sicherheit wesentlich einfacher zu gewährleisten ist als beim E-Voting. Im politischen Spektrum <a href="http://www.piratenpartei.ch/2012-03-14-evoting">fordert</a> zumindest die Schweizer Piratenpartei einen Verzicht auf E-Voting, da damit die Demokratie in der Schweiz gefährdet werde.</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4468&amp;md5=0fce6ce7b94c57bc9777b91f09fd680a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Griechenland: Abweichler ausgeschlossen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 09:14:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das griechische Parlament hat erneut einem Sparprogramm zugestimmt, das Zugang zu weiteren finanziellen Hilfen ermöglicht – ansonsten wäre wohl der (faktisch längst erfolgte) Bankrott des Landes tatsächlich eingetreten. Zustande gekommen ist das neue Sparpaket mit Stimmen der Koalition von Konservativen und Sozialisten: «Für das Gesetz stimmten 199 der 278 anwesenden Abgeordneten, 74 votierten dagegen. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="600" height="338" src="http://www.youtube.com/embed/gRYTR04wwPM?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Das griechische Parlament hat erneut <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/griechenland-parlament-billigt-sparprogramm-11647542.html">einem Sparprogramm zugestimmt</a>, das Zugang zu weiteren finanziellen Hilfen ermöglicht – ansonsten wäre wohl der (faktisch längst erfolgte) Bankrott des Landes tatsächlich eingetreten. Zustande gekommen ist das neue Sparpaket mit Stimmen der Koalition von Konservativen und Sozialisten:</p>
<blockquote><p>«Für das Gesetz stimmten 199 der 278 anwesenden Abgeordneten, 74 votierten dagegen. Die griechische Regierungskoalition schloss unmittelbar nach der Abstimmung 43 Abgeordnete, die gegen den Gesetzesentwurf gestimmt hatten, aus ihren Reihen aus. Die Sozialisten verbannten 22 ihrer Abgeordneten, die Konservativen 21. Ihre Mehrheit im 300 Sitze zählenden Parlament schrumpfte damit von 236 auf 193.»</p></blockquote>
<p><span id="more-4445"></span>Auch griechische Abgeordnete werden vom Volk gewählt und müssen sich nach bestem Wissen und Gewissen vor diesem verantworten. Wer also nicht überzeugt war von den Segnungen dieses Sparpakets, der hat gegen den Fraktionszwang gestimmt. Der sofortige Ausschluss aus der Fraktion deswegen ist zwar aus demokratischer Sicht bedenklich, aber wohl zu akzeptieren.</p>
<p>Auf dem Platz vor dem Parlament demonstrierten derweil rund 100&#8242;000 Griechen gegen das Sparpaket:</p>
<blockquote><p>«Mindestens 45 Gebäude gingen in Flammen auf, Plünderer verwüsteten Dutzende Geschäfte. Es waren die schlimmsten Ausschreitungen seit Jahren. 50 Polizisten und mindestens 55 Demonstranten wurden verletzt, 45 mutmaßliche Unruhestifter wurden festgenommen, weitere 40 kamen in Gewahrsam.»</p></blockquote>
<p>Wir haben also Volksvertreter – und ein Volk, das sich gegen sie wendet. Dem langjährigen Auslandkorrespondent Werner Van Gent war <a href="http://m.aargauerzeitung.ch/ipad/articleView.htm?article=bGluZTFfQVpPX2xpbmUxLTEzXzAyXzIwMTJfYXpfdjFfNzk3MjI1">«klar, dass es irgendwann knallt»</a>:</p>
<blockquote><p>«Momentan getrauen sich griechische Politiker kaum auf die Strasse. Sie werden angespuckt oder gar tätlich angegriffen. Ich habe selbst gesehen, wie eine Gruppe Politiker aus einem Café geschmissen wurde. Die Menschen haben die Spielchen satt. Auch ich habe jegliches Vertrauen verloren. Griechische Politiker sind unzuverlässig. Selbst jetzt in der grössten Not denken sie nur daran, wie sie sich profilieren können. Darum wird bis zuletzt um die Massnahmen des Sparpakets gefeilscht.»</p></blockquote>
<p>Statt dem unwürdigen Feilschen zwischen der zentralistisch geführten Europäischen Union (EU) und den griechischen Funktionären und Volksvertretern, sollte man die Frage besser dem Volk überlassen. Unbestritten: auch das Volk wird in der aktuellen Situation nur zwischen Pest und Cholera entscheiden können. Aber eine selbst gefällte Entscheidung hat immer mehr Rückhalt als eine Entscheidung, die von oben aufgezwängt wird.</p>
<p>Es sind schwierige Zeiten in Griechenland mit Athen als antike Geburtsstätte der Demokratie. Bis zur Anarchie scheint es nur noch ein kleiner Schritt zu sein.</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4445&amp;md5=2d2dd50a10381929a410b15fbf2974a7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Liechtenstein: Direkte Demokratie in Zukunft ohne fürstliches Vetorecht?</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2012/02/09/liechtenstein-direkte-demokratie-in-zukunft-ohne-fuerstliches-vetorecht/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 15:35:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Steiger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Foto: Fürstensitz Schloss Vaduz in Liechtenstein, Wikimedia Commons/Presse- und Informationsamt, Vaduz, CC BY-SA 3.0-Lizenz. «Das Fürstentum [Liechtenstein] ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage […] die Staatsgewalt ist im Fürsten und im Volke verankert und wird von beiden nach Massgabe der Bestimmungen dieser Verfassung ausgeübt.» So lautet Artikel&#160;2 der Verfassung des Fürstentums Liechenstein. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Vaduz_schloss.jpg?uselang=de"><img src="/wp-content/uploads/2012/02/schlossvaduz_001_600.jpg" width="600" height="417" alt="" title="" class="aligncenter" /></a> </p>
<p><small>Foto: Fürstensitz <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Vaduz">Schloss Vaduz</a> in Liechtenstein, <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Vaduz_schloss.jpg?uselang=de">Wikimedia Commons/Presse- und Informationsamt, Vaduz</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de">CC BY-SA 3.0-Lizenz</a>.</small></p>
<blockquote><p>«Das Fürstentum [Liechtenstein] ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage […] die Staatsgewalt ist im Fürsten und im Volke verankert und wird von beiden nach Massgabe der Bestimmungen dieser Verfassung ausgeübt.»</p></blockquote>
<p>So lautet <a href="http://www.gesetze.li/xsql_scripts/get_lgbl_from_menue.xsql?LGBlm=1921015.xml#art:2">Artikel&nbsp;2</a> der Verfassung des Fürstentums Liechenstein. In diesem Rahmen haben die liechtensteinischen Landesbürger unter anderem die direktdemokratische Möglichkeit, mit <a href="http://www.llv.li/amtsstellen/llv-rk-amtsgeschaefte-wahlen_und_abstimmungen/llv-rk-amtsgeschaefte-wahlen_und_abstimmungen-die_volksinitiative.htm">Volksinitiativen</a> ihren Willen direkt auszudrücken. Die Annahme einer Vorlage in einer Volksabstimmung genügt aber nicht zur Umsetzung, sondern hängt immer von der Sanktion durch den Landesfürsten oder dessen Stellvertreter ab. «Sanktion» bedeutet, dass eine angenommene Volksinitiative nur mit Zustimmung des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Landesf%C3%BCrst_(Liechtenstein)">Fürsten von und zu Liechtenstein</a> umgesetzt wird.</p>
<p>Diesen Umstand möchte die Volksinitiative <a href="http://www.ddsz.li/">«JA – damit DEINE Stimme zählt»</a>, die momentan im Fürstentum Liechtenstein der notwendigen Vorprüfung unterzogen wird, wie folgt ändern:</p>
<p><span id="more-4417"></span>
<ol>
<li>Gesetzes- und Verfassungsvorlagen, die in Volksabstimmungen angenommen werden, treten ohne Sanktion des Fürsten in Kraft.</li>
<li>Gesetzesvorlagen, die vom Landtag – dem liechtensteinischen Parlament – angenommen werden, kann der Fürst weiterhin die Sanktion verweigern. Akzeptiert der Landtag die verweigerte Sanktion nicht, kann er die Gesetzesvorlage dem Stimmvolk in einer Volksabstimmung vorlegen. Wird die Gesetzesvorlage in dieser Volksabstimmung angenommen, tritt sie ohne Sanktion des Fürsten in Kraft.</li>
</ol>
<p>Auslöser für die «JA – damit DEINE Stimme zählt»-Volksinitiative war die Volksabstimmung vom 18. September 2011. Dabei war im Fürstentum Liechtenstein über die Volksinitiative <a href="http://www.hilfestattstrafe.li/">«Hilfe statt Strafe»</a> zur Einführung der Fristenlösung bei Schwangerschaftsabbrüchen abgestimmt worden. Die Volksinitiative wurde <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/liechtensteiner_volk_lehnt_legalisierung_der_abtreibung_ab_1.12553581.html">abgelehnt</a> – wohl auch, weil <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alois_von_Liechtenstein">Alois von Liechtenstein </a>als amtsausführender Stellvertreter des Fürsten im Vorfeld eindeutig erklärt hatte, der Volksinitiative bei einer Annahme die Sanktion zu verweigern. Zur neuen Volksinitiative ist noch keine fürstliche Position bekannt, doch dürfte sie einen schweren Stand haben, sofern das Fürstenhaus Kritik daran äussert.</p>
<h2 id="nachtrag">Nachtrag</h2>
<p>Ein Leser hat mich freundlicherweise auf die soeben veröffentlichte ablehnende <a href="http://www.vaterland.li/index.cfm?source=lv&#038;id=16729">Stellungnahme</a> des liechtensteinischen Fürstenhauses hingewiesen:</p>
<blockquote><p>«Das Fürstenhaus hat mit Erstaunen festgestellt, dass das Initiativkomitee ‹JA &#8211; damit DEINE Stimme zählt› eine Volksinitiative über das Sanktionsrecht des Fürsten lanciert hat, ohne zuvor überhaupt den Kontakt mit dem Fürstenhaus gesucht zu haben. Das Initiativkomitee hätte sich nämlich informieren können, dass der Vorschlag der Initianten bereits anlässlich Verfassungsänderung von 2003 dem Fürstenhaus vorgeschlagen und von diesem abgelehnt wurde. Wenn das Initiativkomitee aber die Verfassung ohne Zustimmung des Fürstenhauses ändern möchte, ist eine Volksinitiative nach Art.&nbsp;64 der Landesverfassung der falsche Weg. Ein solches Bestreben kann nur durch eine Volksinitiative nach Art.&nbsp;113 der Landesverfassung erreicht werden.»</p></blockquote>
<p>Der erwähnte <a href="http://www.gesetze.li/xsql_scripts/get_lgbl_from_menue.xsql?LGBlm=1921015.xml#art:113">Artikel&nbsp;113</a> der Landesverfassung regelt die Volksabstimmung über die Abschaffung der Monarchie im Fürstentum Liechenstein. Das Fürstenhaus setzt damit die Einführung einer echten Direkten Demokratie mit der Abschaffung der Monarchie gleich. Die Volksinitiative verkommt damit zur reinen Meinungsumfrage, denn ohne fürstliche Sanktion wird sie nicht umgesetzt werden können.</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4417&amp;md5=40fd7cae180ba0c3b73163040ba9aa85" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bundesrat lehnt Volkswahl des Bundesrates ab</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2012/01/25/bundesrat-lehnt-volkswahl-des-bundesrates-ab/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 16:26:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Steiger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bild: Schweizerischer Bundesrat 2012 («Bundesratsfoto»). In der Schweiz bezog heute der Bundesrat, das heisst die Bundesregierung, ablehnend Stellung zur hängigen eidgenössischen Volksinitiative «Volkswahl des Bundesrates». Im Wesentlichen begründet der – bislang nicht vom schweizerischen Wahlvolk gewählte – Bundesrat seine Ablehnung mit dem bisherigen Wahlverfahren, das sich bewährt habe und deshalb nicht geändert werden solle: «[…] [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.admin.ch/br/dienstleistungen/00094/index.html?lang=de"><img src="/wp-content/uploads/2012/01/bundesrat_2012_001.jpg" width="600" height="423" alt="" title="" class="aligncenter" /></a><br />
<small>Bild: Schweizerischer Bundesrat 2012 <a href="http://www.admin.ch/br/dienstleistungen/00094/index.html?lang=de">(«Bundesratsfoto»)</a>.</small></p>
<p>In der Schweiz bezog heute der Bundesrat, das heisst die Bundesregierung, ablehnend <a href="http://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&#038;msg-id=43153">Stellung</a> zur hängigen eidgenössischen <a href="http://www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis380.html">Volksinitiative «Volkswahl des Bundesrates»</a>. Im Wesentlichen begründet der – bislang nicht vom schweizerischen Wahlvolk gewählte – Bundesrat seine Ablehnung mit dem bisherigen Wahlverfahren, das sich bewährt habe und deshalb nicht geändert werden solle:</p>
<blockquote><p>«[…] Er kam zum Schluss, dass das Wahlverfahren nicht geändert werden soll. Die Wahl der Bundesrätinnen und Bundesräte durch die Bundesversammlung habe sich bewährt. Das seit 1985 aus Männern und Frauen zusammengesetzte Bundesratskollegium repräsentiere die wichtigsten Parteien, Landesgegenden und Sprachgruppen. Es sei diesem Kollegium immer wieder gelungen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Schweiz die Herausforderungen der jeweiligen Zeit erfolgreich bewältigen konnte.»</p></blockquote>
<p><span id="more-4394"></span>Die Stellungnahme des Bundesrates überrascht nicht, denn die heutigen Mitglieder des Bundesrates wurden nicht direktdemokratisch vom Wahlvolk gewählt. Ihre Wahl erfolgte stattdessen durch die Vereinigte Bundesversammlung, das heisst gemeinsam durch die Mitglieder der beiden Kammern des schweizerischen Bundesparlaments. Insofern ist verständlich, dass der heutige Bundesrat das Verfahren der eigenen Wahl für bewährt hält. Im Gegensatz dazu fordert die erwähnte Volksinitiative mit dem <a href="http://www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis380t.html">neuen Absatz&nbsp;2 von Artikel&nbsp;175</a> der Schweizerischen Bundesverfassung die direkte Volkswahl im Wahlmodus der Mehrheitswahl:</p>
<blockquote><p>«Die Mitglieder des Bundesrates werden vom Volk in direkter Wahl nach dem Grundsatz des Majorzes gewählt. Sie werden aus allen Schweizerbürgerinnen und Schweizerbürgern gewählt, die als Mitglieder des Nationalrates wählbar sind.»</p></blockquote>
<p>Der Bundesrat hält sein heutiges Wahlverfahren auch für bewährt, weil dadurch aus seiner Sicht die wichtigsten Parteien, Landesgegenden und Sprachgruppen repräsentiert werden. Der geltende <a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a175.html">Absatz&nbsp;4 von Artikel&nbsp;175</a> der Bundesverfassung enthält dazu folgende Bestimmung:</p>
<blockquote><p>«Dabei ist darauf Rücksicht zu nehmen, dass die Landesgegenden und Sprachregionen angemessen vertreten sind.»</p></blockquote>
<p>Die angemessene Vertretung besteht traditionellerweise darin, dass zwei der sieben Bundesräte aus der italienisch- oder französischsprachigen Schweiz stammen. Daran möchte auch die erwähnte Volksinitiative festhalten und sieht dafür folgende Bestimmung vor:</p>
<blockquote><p>«Mindestens zwei Mitglieder des Bundesrates müssen aus den Wahlberechtigten bestimmt werden, die in den Kantonen Tessin, Waadt, Neuenburg, Genf oder Jura, den französischsprachigen Gebieten der Kantone Bern, Freiburg oder Wallis oder den italienischsprachigen Gebieten des Kantons Graubünden wohnhaft sind.«</p></blockquote>
<p>Abgesehen davon könnte das Wahlvolk entscheiden, wie es die eigene Repräsentation im Bundesrat ausgestalten möchte.</p>
<p>Die Volksinitiative «Volkswahl des Bundesrates» stammt von der <a href="http://www.volkswahl.ch/">Schweizerischen Volkspartei</a> (SVP). Bemerkenswert dabei ist, dass die SVP bei direkten Regierungswahlen, wie sie in den schweizerischen Kantonen üblich sind, normalerweise deutlich weniger erfolgreich abschneidet als ihr Wähleranteil vermuten lassen würde. Die SVP setzt sich dennnoch für die Volkswahl des Bundesrat, wie unter anderem die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) am 7.&nbsp; Juli 2011 <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/volkswahl_bundesrat_1.11238978.html">vermerkte</a>:</p>
<blockquote><p>«Dass die SVP in einem Majorzsystem weniger Chancen auf einen Regierungssitz hat, schreckt [SVP-Parteipräsident] Brunner nicht. Für profilierte Parteien werde es schwieriger, aber die SVP habe nicht in erster Linie auf sich selber geschaut. ‹Das Volk solle nach 1900 und 1942 wieder die Gelegenheit haben, über die Volkswahl des Bundesrats abzustimmen›, sagte der SVP-Chef.»</p></blockquote>
<p>Die von Brunner erwähnten Jahreszahlen beziehen sich auf zwei frühere Volksinitiativen zur Volkswahl des Bundesrates, die von der Sozialdemokratischen Partei (SP) stammten und jeweils scheiterten: Einerseits die <a href="http://www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis6.html">Volksinitiative «für die Volkswahl des Bundesrates und die Vermehrung der Mitgliederzahl»</a> von 1900 und andererseits die fast gleich lautende <a href="http://www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis49.html">Volksinitiative zur «Wahl des Bundesrates durch das Volk und Erhöhung der Mitgliederzahl»</a> von 1942. Auch heute findet die Volkswahl des Bundesrates Befürworter im linken politischen Lager, wie ebenfalls die NZZ <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/linke_sympathien_fuer_volkswahl_des_bundesrats_1.7928209.html?ticket=ST-1364681-Rxoo3yvkPmU7uetfDaiaRApX9AsyIfyF7Nj-20">dokumentierte</a> und wie auch eine entsprechende <a href="http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20080453">parlamentarische Initiative</a> von Nationalrat Josef Zisyadis zeigte.</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4394&amp;md5=a72779284c8972b720e3b35c19776eed" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>DFB: Undemokratische Präsidentschaftswahlen</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2012/01/18/dfb-undemokratische-praesidentschaftswahlen/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 19:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Taz-Redakteur Andreas Rüttenauer will DFB-Präsident werden. Seine Kampfkandidatur wirft ein Licht auf die undemokratischen Präsidentenwahlen beim Deutschen Fussball-Bund (DFB). Am 2.&#160;März 2012 wird der neue Präsident des Deutschen Fußball-Bunds gewählt. Gesucht wird ein Nachfolger von Theo Zwanziger, der den Verband deutscher Vereine, unter dem rund 6.700.000 Mitglieder Fussball spielen, seit 2004 führt. Nun könnte man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Taz-Redakteur Andreas Rüttenauer will DFB-Präsident werden. Seine Kampfkandidatur wirft ein Licht auf die undemokratischen Präsidentenwahlen beim Deutschen Fussball-Bund (DFB).</b></p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2012/01/andreas-ruettenauer.jpg" alt="Andreas Rüttenauer (Foto)" title="" width="250" height="326" class="alignleft size-full wp-image-4358" /></p>
<p>Am 2.&nbsp;März 2012 wird der neue Präsident des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Fußball-Bund">Deutschen Fußball-Bunds</a> gewählt. Gesucht wird ein Nachfolger von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Theo_Zwanziger">Theo Zwanziger</a>, der den Verband deutscher Vereine, unter dem rund 6.700.000 Mitglieder Fussball spielen, seit 2004 führt.</p>
<p>Nun könnte man annehmen, dass nach Kandidaten für die Wahl gesucht wird, doch dem ist nicht so. Schon bei der Vermeldung seines Rücktritts <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,801470,00.html">erklärte</a> Zwanziger, er sei seit einigen Monaten mit einer Persönlichkeit im Gespräch, die er für «sehr geeignet» halte. Wenige Tage darauf <a href="http://www.dfb.de/index.php?id=500014&#038;tx_dfbnews_pi1[showUid]=30443">stellte sich heraus</a>, dass Zwanziger seinen bisherigen <a href="http://www.dfb.de/index.php?id=503875">Generalsekretär</a> Wolfgang Niersbach damit gemeint hatte.</p>
<blockquote><p>«Wolfgang Niersbach wird für das Amt des DFB-Präsidenten kandidieren. In einer Sitzung in Frankfurt am Main sprachen sich die Vertreter der fünf Regionalverbände des DFB sowie weitere Mitglieder des DFB-Präsidiums einhellig für eine Kandidatur des derzeitigen Generalsekretärs aus.»</p></blockquote>
<p>In der <a href="http://www.dfb.de/index.php?id=500014&#038;tx_dfbnews_pi1[showUid]=30710&#038;tx_dfbnews_pi4[cat]=121">Ankündigung</a> des Wahltermins am 22. Dezember 2011 wurde der Kandidat wie folgt vorgestellt:</p>
<blockquote><p>«Dabei wurden auch der Fahrplan und das Prozedere der <strong>Übergabe des Präsidentenamtes</strong> an Wolfgang Niersbach festgelegt.» (Hervorhebung durch den Verfasser)</p></blockquote>
<p>Man beachte: Es gibt nur einen einzigen «Kandidaten» für das «Amt», und dieses erhält er in einer «Übergabe».</p>
<p><span id="more-4344"></span>Wolfang Niersbach ist, wie überraschend aber auch, sehr gut zu sprechen auf «Dr. Zwanziger»:</p>
<blockquote><p>«Wolfgang Niersbach, DFB-Generalsekretär und Kandidat für das Amt des Präsidenten, erklärt: ‹Mit großem Respekt begrüße ich diese Entscheidung von Dr. Zwanziger. Wir sind uns einig in der Zielsetzung, einen reibungslosen und harmonischen Übergang zu vollziehen. Ich bin mir auch sicher, dass uns dies gelingt, weil wir seit 20 Jahren eng, vertrauensvoll und freundschaftlich zusammenarbeiten. Ausdrücklich bedanken möchte ich mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Letztlich das entscheidende Votum haben die Delegierten des Bundestages.›»</p></blockquote>
<p>Die Delegierten des Bundestages? Nicht <em>des</em> Bundestages, sondern des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/DFB-Bundestag">DFB-Bundestages</a>, der aus rund 260 Delegierten besteht und sowas wie ein Parlament des deutschen Fussballs ist.</p>
<p>Doch Parlament ist nicht der richtige Ausdruck, wie diese <a href="http://www.dfb.de/index.php?id=510152">Auflistung</a> der beim letzten ausserordentlichen DFB-Bundestag vor zwei Jahren stimmberechtigten Delegierten zeigt. Denn zu denn Stimmberechtigten gehören einerseits die Funktionäre der Regionalverbände und die Funktionäre des Ligaverbands. Andererseits Teil der 260 stimmberechtigten Delegierten waren die 29 Personen im <a href="http://www.dfb.de/index.php?id=504058">DFB-Vorstand</a> und die 17 Mitglieder des <a href="http://www.dfb.de/index.php?id=11016">DFB-Präsidiums</a> (ja, auch Theo Zwanziger darf abstimmen, vielleicht sogar der Kandidat selbst, das müsste man abklären).</p>
<p>Wer das eine völlig undemokratische Angelegenheit unter Funktionärseliten empfindet, bei der ein einzelner Fussballer gar nichts zu sagen hat, liegt also völlig richtig.</p>
<p>Aus diesen Gründen hat taz-Sportredakteur Andreas Rüttenauer eine Kampagne in eigener Sache gestartet. Er tritt einfach mal als Gegenkandidat zu dieser Veranstaltung an:</p>
<p><iframe width="600" height="450" src="http://www.youtube.com/embed/V0ME_raELw4?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Ab Minute&nbsp;2 erkärt Rüttenauer das Ziel seiner Aktion:</p>
<blockquote><p>«Mein Ziel ist: Die Urwahl eines Präsidenten. Die Möglichkeit für alle Fussballerinnen und Fussballer dieses Landes, ihren obersten Repräsentanten in einer Urwahl selbst bestimmen zu können.»</p></blockquote>
<p>Eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Urwahl">Urwahl</a> ist die Wahl direkt durch die Mitglieder. Ob man 6,7 Millionen Mitglieder fragt oder 260 Verbandsfunktionäre – das kann einen gewichtigen Unterschied machen.</p>
<p>Unterstützen kann man die Kandidatur von Andreas Rüttenauer vorerst via Social Media:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.facebook.com/ruettenauer4president">Andreas Rüttenauer for President</a> (Facebook-Seite)</li>
<li><a href="https://twitter.com/#!/dfb_kandidat">@DFB_Kandidat</a> (Twitter-Profil)</li>
</ul>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4344&amp;md5=448d7d43effecc95051e1176bc9611dd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Direkte Demokratie als Konfliktherd in mehrsprachigen Ländern?</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2012/01/13/direkte-demokratie-als-konfliktherd-in-mehrsprachigen-laendern/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 07:02:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Leuzinger</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-4278" src="/wp-content/uploads/2012/01/saskaas-centrs.jpg" alt="Logo der Partei Saskaņas centrs" width="312" height="134" /><br />
Voraussichtlich am 18. Februar 2012 werden die lettischen Stimmberechtigten darüber entscheiden, ob Russisch als zweite Amtssprache neben dem Lettischen eingeführt werden soll. Die Bewegung «Muttersprache» hat 187&#8242;000 Unterschriften gesammelt und damit die Marke von 10 Prozent der Teilnehmerzahl bei den letzten Wahlen überschritten, die nötig ist, um eine Volksinitiative zur Abstimmung zu bringen, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) in ihrer Ausgabe vom 23. Dezember 2011 auf Seite 6 (leider nicht verlinkbar) berichtete. Die Vorlage hat allerdings geringe Erfolgschancen. Über die russischsprachige Minderheit hinaus, die rund 37 Prozent der Bevölkerung umfasst, unterstützt praktisch niemand den Vorschlag. Auch die sozialdemokratisch ausgerichtete Partei <a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Saska%C5%86as_Centrs&amp;oldid=97315341">«Harmonie-Zentrum»</a>, welche die russischsprachige Bevölkerung vertritt und bei den letzten Wahlen im September zur stärksten Kraft aufgestiegen war (als Minderheitspartei, wohlgemerkt!), unterstützt offiziell das Lettische als einzige Amtssprache.</p>
<p><span id="more-4268"></span></p>
<p>Die anstehende Volksabstimmung in Lettland nährt die Kritik, dass direkte Demokratie in mehrsprachigen Ländern nicht funktioniert oder sogar schädlich ist. Die Initiative <em>«richtet mehr Schaden als Nutzen an, da sie einen künstlichen Konflikt zwischen der lettisch- und der russischsprachigen Bevölkerung aufbaut»</em>, kritisiert der Autor des NZZ-Artikels. Tatsächlich werden die lettischen Bürger wohl grösstenteils entsprechend ihrer Muttersprache abstimmen, was dem gegenseitigen Respekt kaum zuträglich sein dürfte.</p>
<p>Bloss: Ist das die Schuld der direkten Demokratie? Wird mit dem Vorschlag tatsächlich ein Konflikt «aufgebaut»? Deutet die Tatsache, dass über 10 Prozent der Wähler eine Initiative unterschreiben, nicht eher darauf hin, dass bereits ein Konflikt besteht?</p>
<p>Die Schweiz, ebenfalls ein mehrsprachiges Land, kennt seit über einem Jahrhundert ausgebaute direktdemokratische Rechte. Trotzdem gibt es kaum Konflikte zwischen den Sprachgruppen. Offenbar hat die direkte Demokratie die Beziehungen zwischen den deutsch-, französisch-, italienisch- und rätoromanischsprachigen Landesteilen nicht belastet. Der Politikwissenschafter Nenad Stojanovic argumentiert in einem <a href="http://www.rethinkingbelgium.eu/rebel-initiative-files/ebooks/ebook-3/Lead-Piece.pdf">Artikel</a> (PDF) sogar, dass die direkte Demokratie den Zusammenhalt zwischen den Sprachgruppen fördert. Er begründet dies damit, dass der häufige Gebrauch von direktdemokratischen Instrumenten die öffentliche Debatte über die Sprachgrenzen hinweg fördert. Die Bürger stimmen regelmässig gemeinsam über die gleichen Fragen ab, anstatt nur alle vier Jahre in kantonal abgegrenzten Wahlkreisen ihre Vertreter zu bestimmen. Bei Abstimmungen sind stets andere Konfliktlinien entscheidend. Zwar gibt es zwischen den Sprachregionen durchaus Unterschiede im Abstimmungsverhalten – der berühmte <a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=R%C3%B6stigraben&amp;oldid=96979419">«Röstigraben»</a> –, über einen längeren Zeitraum betrachtet kommt die Situation, dass die romanische Schweiz von der Deutschschweiz überstimmt wird (oder umgekehrt), aber relativ selten vor.</p>
<p>Der Grund dafür ist, dass sich die Differenzen innerhalb des Stimmvolks nicht auf die Sprache beschränken. Die konfessionellen Unterschiede, die zur Gründungszeit des schweizerischen Bundesstaats das Land spalteten, überschneiden die Sprachgrenze genauso wie ideologischen Differenzen sowie jene zwischen Stadt und Land. Bezeichnenderweise gibt es in der Schweiz abgesehen von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lega_dei_Ticinesi">Lega dei Ticinesi</a> und dem <a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mouvement_Citoyens_Genevois&amp;oldid=97795297">Mouvement Citoyens Genevois</a> keine Parteien, die sich über eine bestimmte Sprache oder Region definieren.</p>
<p>In Lettland ist das Verhältnis unter den Sprachgruppen nur schon aus historischen Gründen ungleich spannungsgeladener. Dass sich die Partei der russischsprachigen Minderheit nicht nur etabliert, sondern sogar die Wahlen gewonnen hat, zeigt deutlich, dass die Probleme über die anstehende Volksabstimmung hinausreichen. Konflikte zwischen Sprachgruppen werden geschürt, wenn die Sprache selbst zum Politikum wird. Das ist in einer repräsentativen Demokratie ebenso möglich wie in einer (halb-)direkten. <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/belgien-hat-offiziell-eine-regierung/5945598.html">Belgien</a> lässt grüssen.</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4268&amp;md5=20e7fed8d3c5a16f44290b55be59133e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bis zu 30 Prozent weniger Staatsausgaben durch Direkte Demokratie</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 14:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwischen Schweizer Kantonen mit stark ausgeprägter Direkter Demokratie und Schweizer Kantonen mit schwach ausgeprägter Direkter Demokratie gibt es Unterschiede. Das beobachtet eine im Dezember 2011 letztmals überarbeitete Studie zweier Ökonominnen, die 331 schweizerische Volksabstimmungen zwischen 1950 und 2000 auswerteten (als Grundlage verwendet wurden gemäss Seite&#160;9 der Studie diese Daten): In particular, cantons with stronger direct [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/wp-content/uploads/2012/01/kantonswappen-in-der-kuppelhalle-des-bundeshauses.jpg" alt="Kantonswappen in der Kuppelhalle des Bundeshauses" title="Kantonswappen in der Kuppelhalle des Bundeshauses" width="550" height="348" class="alignnone size-full wp-image-4305" /></p>
<p>Zwischen Schweizer Kantonen mit stark ausgeprägter Direkter Demokratie und Schweizer Kantonen mit schwach ausgeprägter Direkter Demokratie gibt es Unterschiede. Das beobachtet eine im Dezember 2011 letztmals überarbeitete Studie zweier Ökonominnen, die 331 schweizerische Volksabstimmungen zwischen 1950 und 2000 auswerteten (als Grundlage verwendet wurden gemäss Seite&nbsp;9 der Studie <a href="http://www.admin.ch/ch/d/pore/va/liste.html">diese Daten</a>):</p>
<blockquote><p>In particular, cantons with stronger direct democratic institutions are more conservative, prefer less spending and less redistribution than voters in cantons with weaker voter control over the budget.</p>
<p>Namentlich sind Kantone mit mehr direkter Demokratie konservativer und bevorzugen weniger Ausgaben und weniger Umverteilung als Wähler in Kantonen mit schwächerer direktdemokratischer Budgetkontrolle. [Übersetzung: DirekteDemokratie.com]</p></blockquote>
<p><span id="more-4288"></span>Der positive Einfluss Direkter Demokratie auf die Budgetkontrolle ist gross, beachtliche 30&nbsp;Prozent weniger Ausgaben wurden beobachtet. Sogar wenn die Wähler ausgabenfreudige Parteien wählen, bleiben die direktdemokratischen Möglichkeiten budgetkontrollierend:</p>
<blockquote><p>Even after controlling for voter preferences, however, direct democracy decreases canton spending by 11 percent. Hence, direct democracy has real consequences for the policy-making process: either directly by preventing the realization of expensive projects or by changing political decision-making in the parliaments.</p>
<p>Sogar unter Berücksichtigung der Wählervorlieben führt direkte Demokratie zu 11&nbsp;Prozent weniger Kantonsausgaben. Direkte Demokratie hat daher tatsächlich Konsequenzen auf die Ausgestaltung der Politik: entweder direkt durch die Verhinderung von teuren Projekten oder durch eine eine veränderte Entscheidungsfindung in den Parlamenten. [Übersetzung: DirekteDemokratie.com]</p></blockquote>
<p>Herausgefunden haben das <a href="http://www.econ.upf.edu/en/people/onefaculty.php?id=p3521">Patricia Funk</a> von der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona und <a href="http://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/wiso/awi/professuren/amnpoe/gathmann_en.html">Christina Gathmann</a> von der Universität Heidelberg.</p>
<p>Studie zum Nachlesen: <strong><a href="http://www.econ.upf.edu/~funk/papers/FinalDraftDec152011.pdf">&#0171;Preferences Matter! Voter Preferences, Direct Democracy and Government Spending&#0187;</a></strong> (econ.upf.edu, PDF, 2011).</p>
<p>Eine frühere Studie der beiden untersuchte Ähnliches:</p>
<p><strong><a href="http://gathmann.vwl.uni-mannheim.de/fileadmin/user_upload/gathmann/Research_PDFs/DirectDemocracy_11_2010.pdf">&#0171;Does Direct Democracy Reduce the Size of Government? New Evidence from Historical Data, 1890-2000&#8243;</a></strong> (uni-mannheim.de, PDF, 2010).</p>
<p><small>Bild: Kantonswappen in der Kuppelhalle des Bundeshauses <a href="http://www.parlament.ch/d/service-presse/fotogalerie/kuppelhalle/PublishingImages/kuppelhalle-02-g.jpg">(Fotoaussschnitt)</a>,<br />
<a href="http://www.parlament.ch/d/service-presse/fotogalerie/kuppelhalle/Seiten/default.aspx">Parlamentsdienste 3003 Bern</a>.</small></p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4288&amp;md5=46629a1dd47d5421efc162f0c4193fd0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die beste Antwort zur Frage</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/11/28/die-beste-antwort-zur-frage/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 07:38:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer sich am Samstag um 20 Uhr die ARD-Tagesschau anschaute, wurde die ersten 6:14 Minuten mit den Themen Castor-Transport nach Gorleben, Grünen-Bundesparteitag und «Stuttgart&#160;21»-Demo konfrontiert. Im Rest der 15 Minuten ging es auch noch um Euroverträge, das Ausland, die Bundesliga und das Wetter. Wer sich am Sonntag um 20 Uhr die ARD-Tagesschau anschaute, wurde die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich am <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts30472.html">Samstag um 20 Uhr</a> die ARD-Tagesschau anschaute, wurde die ersten 6:14 Minuten mit den Themen Castor-Transport nach Gorleben, Grünen-Bundesparteitag und «Stuttgart&nbsp;21»-Demo konfrontiert. Im Rest der 15 Minuten ging es auch noch um Euroverträge, das Ausland, die Bundesliga und das Wetter.</p>
<p>Wer sich am <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts30484.html">Sonntag um 20 Uhr</a> die ARD-Tagesschau anschaute, wurde die ersten 7:07 Minuten mit den Themen Volksabstimmung zu «Stuttgart&nbsp;21», Castor-Transport nach Gorleben und dem Grünen-Bundesparteitag konfrontiert. Im Rest der 15 Minuten ging es auch noch um Spendenaktionen der Kirchen, das Ausland, die Bundesliga und das Wetter.</p>
<div class="separator">&nbsp;</div>
<p>Wenn man es sich mal überlegt, dann handelt es sich bei den Topthemen zu einem guten Teil um klassische (Post)-68er-Themen, wobei die Berichterstattung über «Stuttgart&nbsp;21» am Abstimmungssonntag nun wirklich keine Überraschung, vielmehr ein Pflichtteil ist. Aber ob solche Themen gleich zu Beginn und in diesem Umfang behandelt werden sollen, kann man ja fragen.</p>
<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/11/robin-wood.jpg" alt="Aktivisten von Robin Wood bauen ein Baumhaus im Stuttgarter Schlossgarten." title="" width="500" height="334" class="alignnone size-full wp-image-4229" /></p>
<p>Bei der zusehenden Bevölkerung jedenfalls hinterlässt es den Eindruck, als seien diese Themen wichtig. Es könnte zu einem vermehrten Bewusstsein führen für die Gefahren der Atomkraft, für die grüne Partei, für die Anliegen der«Stuttgart&nbsp;21»-Gegner. Auf jeden Fall sind es Journalisten, die so gewichten. In öffentlich-rechtlichem Auftrag.</p>
<div class="separator">&nbsp;</div>
<p>Doch ginge es nur nach der Anzahl von Berichten in den Medien, dann hätte das Projekt «Stuttgart&nbsp;21» schon längst abgebrochen werden müssen. Nachdem die Medien anfänglich jahrelang dazu geschwiegen hatten, sind, aufgeweckt durch die Proteste, unzählige Berichte erschienen. Viele von ihnen haben die Position der Projektgegner eingenommen und ihnen eine Plattform zur Verfügung gestellt, die, um auf die Gewichtung der Tagesschau zurückzukommen, nur friedlichen und gewalttätigen Atomkraftgegnern noch leichter zugänglich ist. Sogar gegen Medien, die es wagten, sich für «Stuttgart&nbsp;21» auszusprechen, wurde in anderen Medien Stimmung gemacht. Nun gut, so läuft das in der Demokratie. Jeder versucht, seine Position möglichst erfolgsversprechend darzulegen.</p>
<p><span id="more-4216"></span></p>
<p>Nun aber ist ein Entscheid da. Im Gegensatz zu den vielen von den Medien gezeigten Protestlern haben die Bürger an der Urne in ihrer Mehrheit anders entschieden. Sie nahmen die Position der Vernunft in dieser durchaus verzwickten Lage ein und entschieden sich, das Projekt, gegen das nun wirklich sehr viel einzuwenden ist, zu Ende zu bauen. Es ist kein begeisterter Entscheid, es profitieren nur sehr wenige von den ständig steigenden Baukosten. Die Allermeisten, so behaupte ich, wollen einfach einen anständigen Bahnhof und Frieden.</p>
<div class="separator">&nbsp;</div>
<p>In den Medien breit ausgewalzt werden nicht selten die Anliegen der arrivierten Elitisten. Denn es sind immer Journalisten, die entscheiden, welche Beiträge in die Zeitung, ins Fernsehen, auf die Online-Portale kommen. Und Journalisten sind, wie wir wissen, eine zu einem guten Teil privilegierte, sehr gebildete und weitgehend abgeschottet vom Rest des Volkes lebende Klasse. Die Themen, die in der breiten Bevölkerung gären, sind oft nicht die, die Journalisten unzufrieden machen. Und umgekehrt.</p>
<p>Wie sich jetzt gezeigt hat, wurde ein Protest, hinter der überhaupt nur eine Minderheit der Bevölkerung steht, von den Medien mit sehr viel Aufmerksamkeit bedacht. Stellen wir uns nur mal eine Sekunde vor, die sich gegen kriminielle Ausländer wendende Schweizer <a href="http://www.direktedemokratie.com/2010/11/05/die-ausschaffungsinitiative-um-was-geht-es/">Ausschaffungsinitiative</a> (die im Volk eine Mehrheit fand), wäre von den Medien ebenso unterstützt worden.</p>
<p>Welches Anliegen ist nun gerechtfertigt und welches nicht? Nur ein Volksentscheid (ohne Quorum!) kann eine gute Antwort des Volks auf strittige Fragen liefern. Dass bei «Stuttgart&nbsp;21» nur ein Teil der Bürger (<a href="http://www.swr.de/nachrichten/bw/stuttgart21/-/id=6760318/nid=6760318/did=8916718/vt26uy/index.html">48,3 Prozent</a>) die Möglichkeit zur Fragebeantwortung überhaupt wahrgenommen hat, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass jede und jeder, der oder dem die Frage ein Anliegen war, die Möglichkeit wahrnehmen konnte.</p>
<p><small>Bild: Aktivisten von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robin_Wood">Robin Wood</a> bauen ein Baumhaus im Stuttgarter Schlossgarten, <a href="https://secure.flickr.com/photos/robinwood/6384492579/">Flickr/robinwood</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY 2.0-Lizenz</a>.</small></p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4216&amp;md5=b6b40f8d633d3ff900a99387da4a5f22" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Frank A. Meyer: Direkte Demokratie &#171;geht nicht für Deutschland&#187;</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/11/27/frank-a-meyer-direkte-demokratie-geht-nicht-fuer-deutschland/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 08:11:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[Ausschaffungsinitiative]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Cicero]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt kaum Schweizer, die sich öffentlich gegen die Direkte Demokratie wenden. Kein Wunder, denn tatsächlich hat die Schweiz seit der Einführung der Direkten Demokratie einen beeindruckenden Weg aus der Armut zum Wohlstand hingelegt &#8211; ob es eine direkte Verbindung gibt, sei mal dahingestellt. Frank A. Meyer, in Berlin residierender Chefpublizist des Schweizer Ringier-Verlags, wagt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt kaum Schweizer, die sich öffentlich gegen die Direkte Demokratie wenden. Kein Wunder, denn tatsächlich hat die Schweiz seit der Einführung der Direkten Demokratie einen beeindruckenden Weg aus der Armut zum Wohlstand hingelegt &#8211; ob es eine direkte Verbindung gibt, sei mal dahingestellt.</p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_A._Meyer">Frank A. Meyer</a>, in Berlin residierender Chefpublizist des Schweizer Ringier-Verlags, wagt es dennoch. Zwar mag er sich <strong><a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/direkte-demokratie-deutschland-ist-gefaehrlich/46629">im 5:35 Minuten dauernden Video auf Cicero.de</a></strong> nicht zu einer generellen Absage an die Direkte Demokratie durchringen, für Deutschland hält er diese Entscheidungsform aber für &#0171;gefährlich&#0187; (ab Minute 4:30):</p>
<blockquote><p>&#0171;Deutschland hat auch eine Vergangenheit. Auf die muss man mal blicken und sagen: Oi, oi, oi, das ist eine Vergangenheit, die sich wohl nicht eignet für dieses Instrument. Auch wenn das Instrument heute benutzt werden soll in einer sehr gesicherten Demokratie.</p>
<p>Aber wenn Deutschland als die im Moment führende (demokratische) Macht in Europa plötzlich noch in eine Stimmungsdemokratie, in eine Hetzdemokratie verwandelt wird durch Volksbegehren, Volksabstimmungen &#8211; das seh ich nicht. Das würde dann auch uns Schweizer Angst machen. Das ist nicht gut. Das geht nicht für Deutschland.&#0187;</p></blockquote>
<p>Dass eine Entscheidungsform im einen Land gefährlich sein soll und im anderen nicht, leuchtet mir nicht ein.</p>
<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/11/frank-a.-meyer-im-video-auf-cicero.de_.jpg" alt="Frank A. Meyer im Video auf Cicero.de" title="Frank A. Meyer im Video auf Cicero.de" width="433" height="285" class="aligncenter size-full wp-image-4169" /></p>
<p>Und &#0171;Hetzdemokratie&#0187; durch die Zuteilung von Volksrechten? Wie jetzt, muss ich mich als Schweizer vor dem heutigen Ausgang der Volksabstimmung über <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart21">«Stuttgart 21»</a> fürchten? Das ist doch einfach Unsinn. Überhaupt erzählt Frank A. Meyer im Video einiges, was sachlich schlicht und einfach falsch ist:<br />
<span id="more-4164"></span><br />
So sagt er, die Schweizerische Volkspartei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerische_Volkspartei">(SVP)</a> sei im Besitz von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Blocher">Christoph Blocher</a> (&#0171;die gehört ihm&#0187;). Das ist ausgemachter Quatsch, denn die SVP ist eine normale schweizerische Partei, die wie sich wie andere auch hauptsächlich über Mitgliederbeiträge und Spenden finanziert (und nicht über eine staatliche Parteienfinanzierung wie in Deutschland).</p>
<p>Die &#0171;mit Millionen und Millionen&#0187; (Franken?) von Blocher finanzierten SVP-Volksinitiativen hätten &#0171;die Schweizer politische Kultur sehr beschädigt&#0187;. Das ist eine zulässige, wenn auch sehr eigenwillige Einschätzung. Letztlich kann man über jede Volksinitiative, die einem nicht gefällt, sagen, ihre Lancierung würde die politische Kultur beschädigen. Ernstzunehmende Argumente sehen anders aus.</p>
<p>Volksinitiativen wie die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Minarettstreit#Eidgen.C3.B6ssische_Volksinitiative_.C2.ABGegen_den_Bau_von_Minaretten.C2.BB">Minarett-Initiative</a> (die gar nicht von der SVP initiiert wurde, sondern von verschiedenen der Partei nahe stehenden Einzelpersonen) oder die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschaffungsinitiative">Ausschaffungsinitiative</a> (die von der SVP initiiert wurde) seien &#0171;Hass-Projekte gegen Menschen&#0187;. Das ist eine Frechheit gegenüber der Schweizer Stimmbevölkerung, die beide Initiativen angenommen hat. Frank A. Meyer kümmert nicht, was die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer bei Abstimmungen zum Ausdruck bringt, er behauptet einfach in Verkennung der Realität:</p>
<blockquote><p>&#0171;In der Schweiz ist sowas nicht mehrheitsfähig.&#0187;</p></blockquote>
<p>Weiter behauptet er, ohne einen Beleg vorzuweisen, die Schweiz sei eines der Länder, in den es am meisten Rechtspopulisten gebe.</p>
<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/11/frank-a.-meyer-im-video-auf-cicero.de-2.jpg" alt="Frank A. Meyer im Video auf Cicero.de" title="Frank A. Meyer im Video auf Cicero.de" width="429" height="285" class="aligncenter size-full wp-image-4182" /></p>
<p>Sorry, Frank A. Meyer:</p>
<p>Ich finde es als Journalist nicht in Ordnung, dass Sie den Deutschen mit falschen Informationen Angst vor der Direkten Demokratie machen.</p>
<p>Ich finde es als in Deutschland Lebender nicht in Ordnung, dass Sie den Deutschen einfach pauschal die Entscheidungsbefähigung absprechen.</p>
<p>Ich finde es als Schweizer nicht in Ordnung, dass Sie behaupten, &#0171;wir Schweizer&#0187; hätten Angst vor Direkter Demokratie in Deutschland.</p>
<p>Wenn hier jemand Propaganda macht, dann sind Sie es.</p>
<p><small>Bilder: Screenshots cicero.de.</small></p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4164&amp;md5=56ff27fa34a73476ac50e99a9f470a4a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Zögerliche Haltung der schottischen Nationalisten zur direkten Demokratie</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/11/07/zoegerliche-haltung-der-schottischen-nationalisten-zur-direkten-demokratie/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 08:42:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Leuzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In absehbarer Zeit werden die Schotten wieder mit dem Referendum Whiskey anstossen können. Zwar verspricht die Scottish National Party (SNP) seit Jahren, eine Volksabstimmung zur Unabhängigkeit von Grossbritannien durchzuführen. Doch seit die Nationalisten vergangenen Mai die absolute Mehrheit im schottischen Parlament errungen haben und alleine die Regierung bilden, werden sie ihr Versprechen wohl wahrmachen müssen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/referendum-whiskey.jpg" alt="Referendum Whiskey im Scottish National Museum in Edinburgh (Foto: Lukas Leuzinger)" title="Referendum Whiskey im Scottish National Museum in Edinburgh (Foto: Lukas Leuzinger)" width="150" height="538" class="alignleft size-full wp-image-3995" />In absehbarer Zeit werden die Schotten wieder mit dem Referendum Whiskey anstossen können. Zwar verspricht die <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Scottish_National_Party">Scottish National Party (SNP)</a> seit Jahren, eine Volksabstimmung zur Unabhängigkeit von Grossbritannien durchzuführen. Doch seit die Nationalisten vergangenen Mai die absolute Mehrheit im schottischen Parlament errungen haben und alleine die Regierung bilden, werden sie ihr Versprechen wohl wahrmachen müssen, auch wenn das Thema aufgrund der wirtschaftlichen Situation zuletzt an Bedeutung verloren hat. Gemäss Premierminister Alex Salmond soll <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Future_referendum_on_Scottish_independence">die Volksabstimmung</a> nun in der zweiten Hälfte der Legislatur stattfinden – also 2013, 2014 oder 2015.</p>
<p>Voraussichtlich werden dem Stimmvolk drei Optionen vorgelegt: Der Status Quo, also der Verbleib im Vereinigten Königreich, die vollständige Unabhängigkeit sowie ein Mittelweg, bei dem Schottland zwar weiterhin zu Grossbritannien gehören würde, allerdings mit deutlich ausgebauten Autonomierechten<sup><small>1</small></sup>. Dies entspricht im Prinzip einem direkten Gegenvorschlag, wie er bei Volksinitiativen in der Schweiz üblich ist, mit dem Unterschied, dass dieser von Regierung oder Parlament in der Regel vorgebracht wird, um die Annahme einer Vorlage zu verhindern. Es ist deshalb auch nicht ganz klar, weshalb die SNP selbst einen Gegenvorschlag zur Abstimmung bringt. Es ist gut möglich, dass damit das eigentliche Ziel der SNP, die Unabhängigkeit, verhindert wird.</p>
<p><span id="more-3993"></span>Für den Fall, dass Schottland durch eine Volksabstimmung unabhängig werden sollte, wird insbesondere interessant sein, ob die schottische Bevölkerung im neugegründeten Staat von direktdemokratischen Möglichkeiten Gebrauch machen kann. Tatsächlich erreichte die SNP in einem <a href="http://www.votefordemocracy.org.uk/parties.php?p=7">Rating</a> der Organisation <a href="http://unlockdemocracy.org.uk/">&#0171;Unlock Democracy&#0187;</a> im Bezug auf die Bereitschaft zur direkten Demokratie die höchste Bewertung aller britischen Parteien. Demnach soll die Bevölkerung beispielsweise auch selbst Volksabstimmungen auslösen können.</p>
<p>Allerdings ist fraglich, ob es der SNP tatsächlich ernst ist mit diesen Vorschlägen. Wahrscheinlicher scheint, dass hinter dem hohen Rating vor allem eigennützige Überlegungen stehen: Solange die SNP ein Referendum zur Unabhängigkeit plant, muss sie sich fast für direkte Demokratie aussprechen. Doch weder im Wahlprogramm noch auf ihrer Webseite finden sich Vorschläge zur direkten Demokratie, die über das Unabhängigkeitsreferendum hinausgehen. Wir scheinen es mit einer unter politischen Parteien nur allzu verbreiteten Einstellung zur direkten Demokratie zu tun zu haben: Man unterstützt sie, solange man darin einen direkten Nutzen für die eigenen politischen Ziele sieht, darüber hinaus geht man der Diskussion über eine grössere Mitsprache des Volkes jedoch aus dem Weg.</p>
<p>Aber vielleicht überrascht uns die SNP ja noch mit der neuen Verfassung, die im Falle der beschlossenen Unabhängigkeit ebenfalls noch dem Volk vorgelegt werden müsste.</p>
<p><sup><small>1</small></sup> <small>Bisher können Parlament und Regierung in Schottland über einige Bereiche selbst verfügen, während die so genannten &#0171;reserved matters&#0187; (beispielsweise Wirtschafts-, Energie- oder Aussenpolitik) im Zuständigkeitsbereich des britischen Parlaments bleiben.</p>
<p>Bild: Referendum Whiskey im Scottish National Museum in Edinburgh, von Lukas Leuzinger</small></p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=3993&amp;md5=6f56cd282a68abb71c2c7a6495abe1d6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Demokratie ist schon gut &#8211; aber eigentlich nur, wenn &#171;die Richtigen&#187; &#171;das Richtige&#187; wollen</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/10/31/demokratie-ist-schon-gut-aber-eigentlich-nur-wenn-die-richtigen-das-richtige-wollen/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 13:01:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#0171;Mehr Demokratie – aber wie?&#0187; &#8211; fragt sich der deutsche Soziologe Thomas Wagner in einem Gastbeitrag auf freitag.de. Nach längerem, einschläferndem Abwägen, wie man denn bloss mehr Demokratie wagen könnte in Deutschland, kommt er dann kurz vor Schluss auf den Punkt: Neben aufrichtigen Demokraten, Globalisierungskritikern und engagierten Linken strecken neoliberale Vordenker und Rechtspopulisten zunehmend ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.freitag.de/positionen/1143-mehr-demokratie-aber-wie">&#0171;Mehr Demokratie – aber wie?&#0187;</a> &#8211; fragt sich der deutsche Soziologe <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Thomas_Wagner_%28Soziologe%29">Thomas Wagner</a> in einem Gastbeitrag auf freitag.de.</p>
<p><a href="http://www.freitag.de/positionen/1143-mehr-demokratie-aber-wie"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/demokratie-im-freitag.jpg" alt="Demokratie in &quot;Der Freitag&quot;" title="Demokratie in &quot;Der Freitag&quot;" width="500" height="170" class="alignnone size-full wp-image-4152" /></a></p>
<p>Nach längerem, einschläferndem Abwägen, wie man denn bloss mehr Demokratie wagen könnte in Deutschland, kommt er dann kurz vor Schluss auf den Punkt:</p>
<blockquote><p>Neben aufrichtigen Demokraten, Globalisierungskritikern und engagierten Linken strecken neoliberale Vordenker und Rechtspopulisten zunehmend ihre Fühler in ihr aus. Dabei können diese Mogeldemokraten an eine in Deutschland tief sitzende Verachtung gegenüber der Parteiendemokratie anknüpfen.</p></blockquote>
<p>Wie ist das? Bürger, die sich nicht als engagierte Linke verstehen, sind keine aufrichtigen Demokraten? Sondern Mogeldemokraten? Oder war das ganz, ganz anders gemeint? Ich habe nicht den Eindruck.</p>
<p><span id="more-4149"></span>Vielleicht sollte jemand Thomas Wagner erklären, dass demokratische Bürger in einer echten Demokratie akzeptieren, dass sie ihre Ideen, wie der Staat aussehen müsste, nur so weit umsetzen können, wie sie andere Bürger teilen? Dass es die zustande gekommene Mehrheit ist, die entscheidet, was gemacht wird?</p>
<p>Nicht genug, Wagner erklärt auch gleich noch, welche Teile der Demokratie &#0171;positiv zu bewerten&#0187; sind &#8211; nämlich jene, die er offenbar selbst gut findet:</p>
<blockquote><p>Positiv zu bewerten sind Initiativen und Abstimmungen, die auf die Rückgewinnung des verscherbelten öffentlichen Eigentums zielen und der Offenlegung von Geheimverträgen dienen.</p></blockquote>
<p>Es ist jeder frei, das als positiv zu bewerten, was er will. Aber Demokratie gilt nun mal für alle Stimm- und Wahlberechtigten, solange sie nicht gegen die Verfassung verstossen. Auch und besonders für jene, die ganz andere Ziele haben wie Herr Wagner, zum Beispiel Wirtschaftsliberale oder Rechte. In einer Direkten Demokratie können auch Verbände Initiativen einbringen oder Firmen (der Schweizer Unternehmer Thomas Minder zum Beispiel investierte 500.000 Franken in eine <a href="http://www.direktedemokratie.com/2011/03/03/eine-halbe-million/">Volksinitiative &#0171;gegen die Abzockerei&#0187;</a>). Was daran schlimm sein sollte? Weiss ich nicht. Von grossem Wahlkampftrara lässt sich der Bürger nur beschränkt beeindrucken, das musste zuletzt die Schweizer Volkspartei (SVP) einsehen, die bei den Parlamentswahlen am 23. Oktober nach einem flächendeckenden Wahlkampf Anteile verlor.</p>
<p>Vielleicht sollte Thomas Wagner dieses Grundprinzip einfach nochmals überdenken. Demokratische Prozesse sind im Prinzip weder gut noch schlecht, sie sind einfach. Sie ergeben sich im Zusammenspiel der Bürger.</p>
<p><small>Bild: Screenshot freitag.de</small></p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4149&amp;md5=f0682ba745248930008e87910d56505f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>«Regierungschefs entschieden, Parlamente nickten»</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/10/26/regierungschefs-entschieden-parlamente-nickten/</link>
		<comments>http://www.direktedemokratie.com/2011/10/26/regierungschefs-entschieden-parlamente-nickten/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 15:43:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Link-Tipps gerne an dd@direktedemokratie.com. Es wird wieder eifrig gerettet in Europa, heute billigte der deutsche Bundestag mit 503 von 596 Stimmen die Hebelung des Euro-Rettungsfonds. Publizist Heribert Prantl gibt zu bedenken, dass es bei diesem Rettungskampf &#0171;nicht nur um Europa und den Euro&#0187; geht, sondern auch die Frage &#0171;an wem die Kosten für den Kampfeinsatz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="linkbox">Link-Tipps gerne an <span ="white-space: none;"><a href="mailto:dd@direktedemokratie.com">dd@direktedemokratie.com</a>.</span></div>
<p>Es wird wieder eifrig gerettet in Europa, heute billigte der deutsche Bundestag mit 503 von 596 Stimmen die <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/kanzlermehrheit-erreicht-bundestag-billigt-hebelung-des-euro-rettungsfonds-11505393.html">Hebelung des Euro-Rettungsfonds</a>.</p>
<p>Publizist <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Heribert_Prantl">Heribert Prantl</a> gibt zu bedenken, dass es bei diesem Rettungskampf &#0171;nicht nur um Europa und den Euro&#0187; geht, sondern auch die Frage &#0171;an wem die Kosten für den Kampfeinsatz hängenbleiben &#8211; und zu welchen Anteilen.&#0187;</p>
<p>Zur Europäischen Union schreibt er, sie habe seit jeher nur nach dem Prinzip &#0171;Hauptsache, es funktioniert&#0187; gearbeitet:</p>
<blockquote><p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/heribert-prantl.jpg" alt="Heribert Prantl" title="Heribert Prantl" width="200" height="249" class="alignleft size-full wp-image-4144" />Es zählte immer nur das schöne Ergebnis; man fragte kaum, wie es zustande kommt. So wurde aus der EWG die EG und dann die EU, so führte man den Euro ein. Man ging immer den einfachen Weg, einen Weg, bei dem man um die Bürger möglichst wenig werben musste. Regierungschefs entschieden, Parlamente nickten.</p>
<p>Aber heute kulminieren die Schwierigkeiten dieser Funktionslogik. Die Menschen, so hieß es stets, müssten Vertrauen in das Wachsen und Werden Europas haben; man solle das Wachsen nicht stören. Deshalb wurden Volksabstimmungen in EU-Angelegenheiten in Deutschland immer abgelehnt. Irgendwann, so hieß es, werde man den Bürger schon noch fragen &#8211; aber nicht jetzt, sondern erst dann, wenn die Menschen spüren, dass die EU nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für sie gut ist. Dieser Zeitpunkt ist in immer weitere Ferne gerückt. Brüssel hat sich so daran gewöhnt, der direkten Demokratie möglichst aus dem Weg zu gehen, dass dort manche jetzt auch die repräsentative Demokratie stört.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/wege-aus-der-schuldenkrise-europas-betriebssystem-ist-die-demokratie-nicht-der-euro-1.1172330"><strong>&#0171;Europas Betriebssystem ist die Demokratie, nicht der Euro&#0187;</strong></a><br />
<em>(sueddeutsche.de, Heribert Prantl)</em></p>
<p><small>Bild: Heribert Prantl, <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/commons/wiki/File:Stadtschreiber-bergen-2009-030.jpg">Wikipedia Commons / Dontworry</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA-Lizenz</a>.</small></p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4133&amp;md5=02562f20f1fe9428a55d422ca038e518" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>E-Voting in der Schweiz weiterhin ohne Transparenz, aber …</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/10/25/e-voting-in-der-schweiz-weiterhin-ohne-transparenz-aber/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 06:15:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Steiger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Mai 2011 führte unsere Anfrage bei der Schweizerischen Bundeskanzlei zur Sicherheit von E-Voting (Vote électronique) mit Blick auf die Eidgenössischen Wahlen 2011 zu nervösem Schweigen. Im Juli 2011 gelangten wir deshalb auf Grundlage des Öffentlichkeitsgesetzes erneut an die Bundeskanzlei – wiederum erfolglos. E-Voting weiterhin ohne Transparenz, aber … In der Folge ersuchten wir beim [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2011/10/edoeb_schlichtungsergebnisevoting_20111013.jpg"><img src="/wp-content/uploads/2011/10/edoeb_schlichtungsergebnisevoting_20111013_600.jpg" width="600" height="506" alt="" title="" class="aligncenter" /></a></p>
<p>Im Mai 2011 führte unsere Anfrage bei der Schweizerischen Bundeskanzlei zur Sicherheit von E-Voting (Vote électronique) mit Blick auf die Eidgenössischen Wahlen 2011 <a href="/2011/05/09/nervoses-schweigen-der-bundeskanzlei-zur-e-voting-sicherheit/">zu nervösem Schweigen</a>. Im Juli 2011 gelangten wir deshalb <a href="/2011/07/13/mehr-durchblick-und-transparenz-mit-oeffentlichkeitsgesetz-ch/">auf Grundlage des Öffentlichkeitsgesetzes</a> erneut an die Bundeskanzlei – <a href="/2011/07/18/geheimsache-e-voting-in-der-schweiz/">wiederum erfolglos</a>.</p>
<h4 id="intransparenz">E-Voting weiterhin ohne Transparenz, aber …</h4>
<p>In der Folge ersuchten wir beim <a href="http://www.edoeb.admin.ch/themen/00579/index.html?lang=de">zuständigen Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten</a> (EDÖB) um <a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/152_3/a13.html">Schlichtung, wie sie das Öffentlichkeitsgesetz vorsieht</a>. Mit etwas Verzögerung fand die entsprechende Schlichtungsverhandlung vor rund zehn Tagen statt. Leider sahen sich die Vertreter der Bundeskanzlei auch in diesem Rahmen nicht in der Lage, die gewünschte Transparenz beim E-Voting in der Schweiz zu schaffen – insbesondere mit Verweis auf die beteiligten Kantone, in denen E-Voting unter Aufsicht der Bundeskanzlei stattfindet, und die sich auf ausdrückliche Nachfrage der Bundeskanzlei hin gegen Transparenz zum jetzigen Zeitpunkt aussprachen. Damit konnte sich die Bundeskanzlei erfolgreich auf eine <a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/152_3/a7.html">Ausnahme im Öffentlichkeitsgesetz</a> berufen, die vorsieht, dass das Öffentlichkeitsprinzip auf Bundesebene unter anderem nicht gilt, falls das Verhältnis von Bund und Kantonen beeinträchtigt werden könnte.</p>
<p><span id="more-4094"></span></p>
<h4 id="ergebnis">… ein Schlichtungsergebnis und in Zukunft allenfalls mehr Transparenz?</h4>
<p>Erfreulicherweise blieb die Schlichtungsverhandlung durch die Vermittlung des vom EDÖB delegierten Schlichters sowie durch unser Bestreben, eine Schlichtung zu erzielen anstatt den Rechtsweg ans Bundesverwaltungsgericht anzustreben, nicht völlig ohne Ergebnis:</p>
<p>Die Vertreter der Bundeskanzlei zeigten sich einerseits in den Gesprächen während der Schlichtungsverhandlung an mehr Transparenz beim E-Voting interessiert und bekundeten, dieses Anliegen gegenüber den Kantonen einzubringen sowie ihre <a href="http://www.bk.admin.ch/themen/pore/evoting/index.html">eigene Kommunikation</a> weiter zu verbessern. Gleichzeitig war es wertvoll, mit Anina Weber die E-Voting-Projektleiterin beim Bund im Rahmen der Schlichtungsverhandlung persönlich kennenzulernen und dabei neues Wissen zu gewinnen, beispielsweise durch ihren Verweis auf einen <a href="/wp-content/uploads/2011/10/flashinformatique_201106_lasolutiongenevoisedevoteelectronique.pdf">lesenswerten Artikel über das halb offene E-Voting-System im Kanton Genf</a> (PDF-Datei). Andererseits erzielten wir ein <a href="/wp-content/uploads/2011/10/edoeb_schlichtungsergebnisevoting_20111013.pdf">formelles Schlichtungsergebnis</a> (PDF-Datei), wonach ich als Vertreter von DirekteDemokratie.com zwei Mal von der Bundeskanzlei zu Informationsgesprächen über die Sicherheit von E-Voting empfangen werde und die Bundeskanzlei ausserdem versuchen wird, im Kanton Zürich einen Fachkontakt bezüglich E-Voting zu vermitteln. Ein Fachkontakt im Kanton Zürich ist aus unserer Sicht besonders wichtig, weil das «Zürcher System» für E-Voting in verschiedenen weiteren Kantonen Verwendung findet.</p>
<h4 id="fazit">Fazit</h4>
<p>E-Voting bleibt in der Schweiz vorläufig eine «Black Box». Man muss weiterhin darauf vertrauen, dass die zuständigen schweizerischen Behörden bei Bund und Kantonen trotz fehlendem Öffentlichkeitsprinzip beim E-Voting aus eigenem Pflichtbewusstsein Abstimmungen und Wahlen gewährleisten, die den Anforderungen eines demokratischen Rechtsstaates <em>ausreichend</em> entsprechen. Letztlich besteht aber nur bei vollständiger Transparenz überhaupt die Möglichkeit, dass E-Voting jenseits der heutigen beschränkten Versuchsanordnungen die bestehenden Möglichkeiten zur Teilnahme an Abstimmungen und Wahlen <a href="/2010/05/25/direkte-demokratie-in-briefform/">per Brief</a> und an der Urne ergänzen oder gar ersetzen kann. Vertrauen allein hat sich bei Abstimmungen und Wahlen noch nie bewährt; ein demokratisch legitimierter Rechtsstaat setzt deshalb entsprechende Transparenz und Kontrollen voraus.</p>
<p>Die Eidgenössischen Wahlen 2011 wurden soeben abgehalten und wir scheiterten mit unserem Anliegen, diesbezüglich Transparenz beim E-Voting zu schaffen. Wir werden das Ziel der Transparenz beim E-Voting aber weiterhin verfolgen – unter anderem mit den Informationsmöglichkeiten direkt bei der Bundeskanzlei, die sich als Schlichtungsergebnis wie oben beschrieben ergaben, nach Möglichkeit aber auch mit anderen interessierten Kreisen. Wir hoffen ausserdem, dass die E-Voting-Verantwortlichen bei Bund und Kantonen zunehmend sowohl die Notwendigkeit und als auch den (eigenen) Nutzen von Transparenz beim E-Voting erkennen werden, so dass Schritt für Schritt eine diesbezügliche Öffnung stattfindet. Die Direkte Demokratie in der Schweiz soll auch mit Bezug auf das E-Voting Vorbildcharakter geniessen.</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4094&amp;md5=0d3a7076dab1c74db0a3fd85736a7ab4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nur wer sich verändert, bleibt sich treu</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/10/20/nur-wer-sich-veraendert-bleibt-sich-treu/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 07:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Efler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unser &#0171;Entwurf eines Gesetzes zur Einführung von Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid&#0187; ist vor über zehn Jahren durch intensive Diskussionen in einem Arbeitskreis sowie auf mehreren Mitgliederversammlungen entwickelt und beschlossen worden. Vieles hat sich seitdem getan. Durch den vor allem von Mehr Demokratie angestoßenen &#0171;Siegeszug&#0187; der direkten Demokratie haben wir sehr viel mehr praktische Erfahrungen mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/michael-efler.jpg" alt="Michael Efler" title="Michael Efler" width="200" height="289" class="alignleft size-full wp-image-4081" />Unser &#0171;Entwurf eines Gesetzes zur Einführung von Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid&#0187; ist vor über zehn Jahren durch intensive Diskussionen in einem Arbeitskreis sowie auf mehreren Mitgliederversammlungen entwickelt und beschlossen worden. Vieles hat sich seitdem getan. Durch den vor allem von Mehr Demokratie angestoßenen &#0171;Siegeszug&#0187; der direkten Demokratie haben wir sehr viel mehr praktische Erfahrungen mit Bürger- und Volksentscheiden, die auch problematische Aspekte der direkten Demokratie bzw. ihrer unzureichenden Ausgestaltung aufgezeigt haben. Ein Beispiel ist der Volksentscheid über die Schließung des Flughafens Tempelhof. Er hat das Problem der mangelnden Verbindlichkeit bestimmter Volksentscheide verdeutlicht, während bei anderen Abstimmungen die mangelnde finanzielle Transparenz der Initiatoren in der Kritik stand.</p>
<p>Volksentscheide in der Schweiz haben Fragen des Minderheitenschutzes und des Verhältnisses des Völkerrechtes mit der direkten Demokratie aufgeworfen. Die direktdemokratischen Erfahrungen in den US-Bundesstaaten richten den Fokus auf die teilweise Kommerzialisierung der direkten Demokratie sowie die Einschränkung parlamentarischer Handlungsmöglichkeiten. Auch technologische Entwicklungen wie die rasante Ausbreitung des Internets und das Web 2.0 sollten bei der Ausgestaltung direktdemokratischer Verfahren eine Rolle spielen. Seit der letzten intensiven Diskussion hat Mehr Demokratie außerdem viele neue Mitglieder hinzu gewonnen, die ihre eigenen Erfahrungen und Vorstellungen zur Ausgestaltung der direkten Demokratie in die Debatte einbringen möchten.</p>
<p>Genug Gründe also, Bestehendes zu hinterfragen und neue Antworten zu finden. Allerdings soll es nicht darum gehen, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Wir haben aus meiner Sicht bereits einen guten Vorschlag, den es weiterzuentwickeln, aber nicht vollständig neu zu erfinden gilt.</p>
<p><strong>Der Änderungsfahrplan</strong><br />
Die Überarbeitung soll in einem möglichst breiten und intensiven Diskussionsprozess erfolgen. Bereits zwei Mal hat sich der erweiterte Bundesvorstand mit dem Thema beschäftigt und Änderungsempfehlungen erarbeitet; es gab eine Debatte im Kuratorium sowie teils intensive Diskussionen in mehreren Landesverbänden. Auf der Bundesmitgliederversammlung im November möchten wir die bisherigen Empfehlungen – soweit es der Zeitplan zulässt – beraten und abstimmen. Im März 2012 werden dann die wichtigsten Ausgestaltungsfragen auf einer Fachtagung, die wir gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung veranstalten, diskutiert. Die noch offenen Punkte thematisiert anschließend die übernächste Mitgliederversammlung im Frühjahr 2012. Den Schlusspunkt bildet eine Mitgliederurabstimmung im Sommer/Herbst 2012, bei der über die strittigsten Punkte entschieden wird.</p>
<p>Im Folgenden sollen die Änderungsvorschläge des erweiterten Bundesvorstandes kurz erläutert werden.</p>
<div class="linkbox"><span ="white-space: none;"></p>
<p>Michael Efler ist <a href="http://www.mehr-demokratie.de/portrait-michael-efler.html">Vorstandssprecher des Vereins &#0171;Mehr Demokratie&#0187;</a>.</p>
<p>In diesem Gastbeitrag denkt er über die Weiterentwicklung des inzwischen zehn Jahre alten <a href="http://www.mehr-demokratie.de/gesetzentwurf.html">Vorschlags für die Ausgestaltung direktdemokratischer Verfahren auf Bundesebene</a> (<a href="http://www.mehr-demokratie.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&#038;u=0&#038;file=fileadmin/pdfarchiv/bund/md-gesetzentwurf-volksentscheid-bundesweit.pdf&#038;t=1319105754&#038;hash=aeb50828136dcfc46ad869036f769ea8">PDF-Datei</a>) nach.</p>
<p>Einwände und eigene Vorschläge sind, wie immer, in den Kommentaren erwünscht.</p>
<p>Der Beitrag erschien zuerst im &#0171;md magazin&#0187;, Ausgabe 3/2011.</span></div>
<p><strong>1. Bindungswirkung</strong><br />
Die Veränderungssperre in unserem Entwurf (&#0171;Ein Gesetz des Bundestages, das ein durch Volksentscheid beschlossenes Gesetz wesentlich ändert oder aufhebt, bedarf der Zustimmung des Volkes&#0187;) soll gestrichen werden. Demokratie bedeutet Offenheit und Veränderungsfähigkeit. Wir wollen nicht, dass Dinge in Stein gemeißelt werden – auch keine Volksentscheide. Wir wollen, dass parlamentarische Entscheidungen direktdemokratisch korrigiert und direktdemokratische Entscheidungen parlamentarisch geändert werden können. Insbesondere in Kalifornien gibt es schlechte Erfahrungen mit der – dort ähnlich unseres früheren Entwurfs geregelten – Veränderungssperre.</p>
<p>Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass eine parlamentarische Entscheidung sehr viel schneller und einfacher getroffen werden kann als eine direktdemokratische Entscheidung. Außerdem gibt es leider Beispiele aus den Bundesländern, bei denen Parlamente Volksentscheide nach kurzer Zeit vollständig oder weitgehend &#0171;gekippt&#0187; haben. Deswegen braucht es einen Schutzmechanismus. Diesen haben wir mit dem fakultativen Referendum (Volksbegehren gegen Parlamentsbeschlüsse) aber ohnehin. Eine Möglichkeit wäre, das Quorum von 500.000 Unterschriften für den Fall der Änderung eines Volksgesetzes noch etwas weiter abzusenken.</p>
<p><span id="more-4049"></span><strong>2. Offenlegung von Spenden</strong><br />
Transparenz ist ein Wesensmerkmal der Demokratie. Die Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch darauf zu erfahren, wer sich finanziell bei demokratischen Verfahren engagiert. Deswegen gibt es z.B. klare – wenn auch noch unzureichende – Transparenzbestimmungen im Parteiengesetz. Bei mehreren Volksentscheiden in Hamburg und Berlin ist die mangelnde Transparenz der Kampagnenfinanzierung zu einem öffentlichen Thema geworden. Deshalb schlagen wir vor, dass auch in unseren Gesetzentwurf Offenlegungsbestimmungen aufgenommen werden. Alle Spenden im Rahmen von Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheiden, die einzeln oder in ihrem Gesamtwert 10.000 Euro überschreiten, sind zu veröffentlichen. Weitere Details müssen natürlich noch ausgearbeitet werden.</p>
<p><strong>3. Spenden- und Ausgabenbegrenzung</strong><br />
Mit Transparenz allein lässt sich aber der Versuch, finanzielle Ungleichgewichte bei der direkten Demokratie zu reduzieren, nicht erreichen. Erfahrungen vor allem aus der Schweiz und Kalifornien zeigen, dass sich immer wieder vermögende Einzelpersonen oder Unternehmen mit großen Geldbeträgen bei Abstimmungskämpfen engagieren. Diese setzen sich zwar keineswegs immer durch, haben aber sehr wohl einen Einfluss auf den Ausgang von Volksabstimmungen. Deshalb schlagen wir eine Begrenzung von Spenden natürlicher und juristischer Personen an die Initiatoren in Höhe von max. 100.000 Euro vor.</p>
<p>Dieser Vorschlag ist allerdings bei mehreren Landesverbänden, die sich damit beschäftigt haben, auf starken Widerstand gestoßen. Die Regelung wäre zu einschränkend und umfasse jeweils nur die Initiatoren von Abstimmungen, nicht aber deren Gegner. Außerdem sehen viele Landesverbände die Gefahr, dass diese Begrenzung eventuell umgangen werden könnte. Die Diskussion auf der Mitgliederversammlung dürfte daher speziell bei diesem Punkt sehr spannend werden.</p>
<p>Diskutiert wurde neben der direkten Begrenzung von Spenden auch die Einführung eines Höchstmaßes an Ausgaben. Indirekt würde damit das Gesamtvolumen der Spenden, die eine Initiative für ihre Zwecke nutzen darf, eingeschränkt werden. Auf ein solches Instrument haben wir bewusst verzichtet, weil ein hohes Spendenaufkommen auch ein Zeichen für den gesellschaftlichen Rückhalt einer Idee sein kann. Wichtig ist uns, die mögliche Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch hohe Geldbeträge Einzelner zu unterbinden, nicht aber die Kampagne einer Initiative einzuschränken.</p>
<p><strong>4. Rolle des Internets</strong><br />
Als unser Gesetzentwurf ausgearbeitet wurde, gab es das Internet natürlich schon. Allerdings spielte es insbesondere in Bezug auf demokratische Beteiligung und politische Vernetzung eine weit geringere Rolle als heute, wo sogar demokratische Revolutionen wie in Nordafrika über Facebook und Twitter verbreitet werden. Für viele jüngere Menschen ist die (politische) Betätigung im Netz mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Diese Entwicklung sollte auch im Rahmen direktdemokratischer Verfahren abgebildet werden.</p>
<p>Wir haben uns daher entschlossen, die Möglichkeit der elektronischen Eintragung bei Volksbegehren vorzuschlagen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass hohe Sicherheitsstandards z.B. durch eine qualifizierte elektronische Signatur mittels des neuen Personalausweises eingehalten werden. Nicht durchringen konnten wir uns dazu, auch eine Abstimmung im Internet vorzuschlagen. In Deutschland besteht im Internet keine Wahlmöglichkeit, was zeigt, dass Sicherheitsanforderungen in diesem Bereich bisher nicht zufriedenstellend geregelt sind. Bei einer Stimmabgabe im Internet gibt es zudem keine Möglichkeit der Überprüfung und Nachvollziehbarkeit, wenn es z.B. zu Neuauszählungen kommt.</p>
<p><strong>5. Rückzugsrecht</strong><br />
Bisher sieht unser Gesetzentwurf keine Rückzugsmöglichkeit nach einem zustandegekommenen Volksbegehren vor. Es kommt also auf jeden Fall zur Volksabstimmung. An dieser Regelung gibt es die Kritik, dass sie Kompromisse zwischen dem Volksbegehren und dem Bundestag verhindere und zu unflexibel sei. Dagegen wurde wiederum eingewandt, dass es zwingend zu einer Volksabstimmung kommen müsse, wenn (mindestens) eine Million Bürger ein Volksbegehren unterschrieben haben.</p>
<p>Der Bundesvorstand empfiehlt, dass es zwar weiterhin kein Rückzugsrecht geben sollte, ein Kompromissentwurf zwischen den Vertrauensleuten des Volksbegehrens und dem Bundestag aber trotzdem ausgehandelt werden kann. Über diesen Entwurf sowie über den ursprünglichen Volksbegehrensentwurf wird dann in der Volksabstimmung entschieden.</p>
<p><strong>6. Gegenstände</strong><br />
Unser jetziger Vorschlag lässt sowohl Gesetzentwürfe als auch sonstige Gegenstände der politischen Willensbildung als Gegenstände von Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheiden zu. Diese Möglichkeit gibt es auch in Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg und Hamburg. In Berlin und Hamburg sind die Erfahrungen damit eher negativ. Entsprechende Volksentscheide waren rechtlich unverbindlich und wurden teilweise missachtet. Diese Gefahr droht auch auf Bundesebene.</p>
<p>Deshalb schlagen wir vor, dass Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheiden ein Gesetzentwurf zugrundeliegen muss. Auf Bundesebene sind – im Unterschied zur Landesebene – die meisten wichtigsten politischen Fragen gesetzlich regelbar. Eine wichtige Ausnahme davon sind allerdings Einsätze der Bundeswehr im Ausland, für die ein Beschluss des Bundestages ausreichend ist. Hier denken wir noch über eine spezielle Regelung nach.</p>
<p><strong>7. Grundgesetzändernde Volksentscheide</strong><br />
Dieses Thema ist ein echter Dauerbrenner bei Mehr Demokratie, mit dem wohl alleine mehrere Seiten dieser Zeitschrift gefüllt werden könnten. Ich beschränke mich auf eine knappe Darstellung. Nach langen Diskussionen zwischen Befürwortern einer einfachen bzw. einer Zwei-Drittel-Mehrheit bei grundgesetzändernden Volksentscheiden wurde im Gesetzentwurf festgelegt, dass grundgesetzändernde Volksbegehren der Unterschrift von zwei Millionen Wahlberechtigten bedürfen, dafür aber eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen beim Volksentscheid ausreicht.</p>
<p>Dieses Thema wurde jetzt erneut diskutiert. Kritiker der jetzigen Regelung verweisen darauf, dass eine erhöhte Unterschriftenzahl keine erhöhte Legitimation bringe, weil sich diese an den Mehrheitserfordernissen beim Volksentscheid messen lassen müsse. Außerdem gäbe es auch bei parlamentarischen Grundgesetzänderungen erhöhte Anforderungen. Unterstützer der jetzigen Regelung verweisen darauf, dass parlamentarische Grundgesetzänderungen leichter durchsetzbar seien als direktdemokratische Grundgesetzänderungen. Außerdem wäre es unfair, wenn eine Grundgesetzänderung scheitert, obwohl eine Mehrheit der Abstimmenden dafür gestimmt hat.</p>
<p>Im Vorstand wurde nach längeren Diskussionen ein Kompromissvorschlag entwickelt: Grundgesetzänderungen bedürfen danach einer Mehrheit von 55 Prozent der Abstimmenden. Dafür entfällt das erhöhte Quorum beim Volksbegehren, es bleibt also bei einer Million.</p>
<p>Mit diesen sieben Vorschlägen sind aber längst noch nicht alle Themen, die im Rahmen einer Überarbeitung unseres Gesetzentwurfes angegangen werden sollten, abgehandelt. Wichtige Fragen wie die Darstellung des Anliegens der Initiatoren von Volksentscheiden im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die Ausgestaltung des Informationsheftes vor der Volksabstimmung, die Einsetzung einer Referendumskommission oder die Verschränkung von Bürgerbeteiligungsverfahren mit direktdemokratischen Verfahren müssen noch ausgearbeitet werden.</p>
<p>Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich an dem weiteren Prozess der Überarbeitung unseres Gesetzentwurfes zu beteiligen. Diskutieren Sie mit, kommen Sie im März 2012 zur Fachtagung nach Berlin oder schicken Sie einfach Ihre Anregungen an michael.efler@mehr-demokratie.de.</p>
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		<title>Direkte Demokratie ohne Verfassungsgerichtsbarkeit</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/10/19/direkte-demokratie-ohne-verfassungsgerichtsbarkeit/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 08:52:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Steiger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[David Zollinger war unter anderem als Staatsanwalt im Kanton Zürich tätig und wirkt heute als Privatbankier. In seinem Weblog befasste er sich Anfang 2011 lesenswert mit der Frage, ob eine Verfassungsgerichtsbarkeit in einer Direkten Demokratie notwendig ist. Hintergrund dieser Frage ist, dass die Schweiz bislang keine Verfassungsgerichtsbarkeit kennt, deren Einführung aber im schweizerischen Parlament diskutiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.davidzollinger.ch/">David Zollinger</a> war unter anderem als Staatsanwalt im Kanton Zürich tätig und wirkt heute als Privatbankier. In seinem Weblog befasste er sich Anfang 2011 lesenswert mit der Frage, ob eine Verfassungsgerichtsbarkeit in einer Direkten Demokratie notwendig ist. Hintergrund dieser Frage ist, dass die Schweiz bislang keine Verfassungsgerichtsbarkeit kennt, deren Einführung aber im schweizerischen Parlament diskutiert wird.</p>
<p>Nachfolgend die Schlussabschnitte aus <a href="http://www.davidzollinger.ch/Home/Blog/Eintrage/2011/2/26_Brauchen_wir_eine_Verfassungsgerichtsbarkeit.html">Zollingers Blogartikel «Brauchen wir eine Verfassungsgerichtsbarkeit?»</a>, ergänzt um einige Weblinks und eine Hervorhebung:</p>
<blockquote><p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/david-zollinger.jpg" alt="David Zollinger" title="David Zollinger" width="140" height="185" class="alignleft size-full wp-image-4061" />In den vergangenen Jahren sind einige Volksinitiativen zur Abstimmung gelangt und wider Erwarten vom Volk angenommen worden, bei denen die Gegner deren Verfassungsmässigkeit […] in Frage gestellt hatten. Da [gemäss <a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a190.html">Artikel 190 der Schweizerischen Bundesverfassung</a>] Bundesgesetze für das Bundesgericht massgebend sind, ist im heutigen Recht eine Beschwerde wegen fehlender Übereinstimmung mit der Verfassung aber aussichtslos. […]</p>
<p>Nun schlägt die Rechtskommission des Nationalrates vor, endlich eine &#0171;Verfassungsgerichtsbarkeit&#0187; in der Schweiz einzuführen. Die Gerichte sollen die Kompetenz erhalten, bei der Anwendung von Gesetzen zuerst vorfrageweise zu prüfen, ob das Gesetz denn auch mit der Verfassung (oder dem Völkerrecht, je nach Lesart) kompatibel sei. Falls dies zu verneinen wäre, würde das Gericht dem entsprechenden Gesetz die Anwendung verwehren. Das bedeutet im Klartext: Obwohl <a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a138.html">mindestens hunderttausend Bürger einen Initiativtext innert 18 Monaten unterschrieben</a> haben und obwohl bei der Abstimmung sowohl die <a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a142.html">Mehrheit des Volkes als auch der Stände zugestimmt</a> haben, kommt das Gesetz nicht zur Anwendung. Um das […] Beispiel [der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Minarettstreit#Initiativen_gegen_Minarette">Minarettinitiative</a>] zu nehmen: Wenn ein Baugesuch für ein Minarett eingereicht würde und dagegen Beschwerde erhoben würde mit dem Argument, es gebe ja ein Gesetz, das den Bau von Minaretten verbiete, so würde das Gericht prüfen, ob nicht vielleicht der Bau von Minaretten doch ein verfassungsmässiges Recht darstellt und deshalb das Gesetz (das in der Realität mangels Gesetzesinitiative nicht ein Gesetz ist, sondern zur Schaffung von <a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a72.html">Art. 72 Abs. 3 BV</a> geführt hat) nicht zur Anwendung kommt &#8211; und daher trotz Verbot das Minarett doch gebaut werden kann.</p>
<p>Es geht daher um nichts Geringeres als die Frage, wer denn bei Grundsatzfragen den Endentscheid hat: Der Gesetzgeber, der ein Gesetz verabschiedet, das auch im Widerspruch zur Verfassung stehen kann; oder das Gericht, das als oberster Hüter der Verfassung und des Völkerrechts nur Gesetze anwendet, welche übergeordnetem Recht nicht widersprechen. </p>
<p><strong>Wenn tatsächlich die Macht vom Volk ausgehen sollte, dann braucht es keine Verfassungsgerichtsbarkeit, denn auch die Verfassung ist letztlich das Resultat des Volkswillens.</strong> Und das Volk kann natürlich auch Entscheide treffen, welche die von ihm verabschiedete Verfassung ergänzen, aufheben oder übersteuern. Wer aber dem Volk misstraut (oder nur insofern traut, als es sich zu Fragen äussert, welche im Grundsatz bereits beantwortet wurden), der wird wohl nach Richtern rufen, welche das Volk kontrollieren und seine Entscheide überprüfen müssen.</p></blockquote>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4054&amp;md5=573a2a7a55b5da7063933295266881d3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die deutsche FDP: Ein Fähnlein im Wind und neu ein Gegner der Direkten Demokratie</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/10/15/die-deutsche-fdp-ein-faehnlein-im-wind-und-neu-ein-gegner-der-direkten-demokratie/</link>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 07:43:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur Bundestagswahl 2009 trat die deutsche FDP mit vielen Versprechungen an. Man wollte die Steuergesetze vereinfachen, die Marktwirtschaft stärken und die Direkte Demokratie ausbauen. Es führte dazu, dass die Partei 14.6 Prozent der Stimmen auf sich ziehen konnte. Im Wahlprogramm der FDP zur Bundestagswahl 2009 (PDF-Datei) heisst es auf Seite 39: Zwei Jahre später ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Bundestagswahl_2009">Bundestagswahl 2009</a> trat die deutsche FDP mit vielen Versprechungen an. Man wollte die Steuergesetze vereinfachen, die Marktwirtschaft stärken und die Direkte Demokratie ausbauen. Es führte dazu, dass die Partei 14.6 Prozent der Stimmen auf sich ziehen konnte.</p>
<p>Im <a href="http://www.deutschlandprogramm.de/webcom/show_article.php/_c-1213/_nr-4/i.html">Wahlprogramm der FDP zur Bundestagswahl 2009</a> (<a href="http://www.deutschlandprogramm.de/files/1219/Kurzwahlprogramm_web.pdf">PDF-Datei</a>) heisst es auf Seite 39:</p>
<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/wahlprogramm-fdp-2009.jpg" alt="Wahlprogramm FDP 2009" title="Wahlprogramm FDP 2009" width="550" height="85" class="alignnone size-full wp-image-4018" /></p>
<p>Zwei Jahre später ist das vergessen. In einem Interview mit dem &#0171;Spiegel&#0187; (<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2011-41.html">41/2011</a>) sagt Generalsekretär <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Christian_Lindner">Christian Lindner</a>, wie die Partei &#0171;nun&#0187; zu dieser Frage steht:</p>
<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/spiegel-interview-mit-christian-lindner.jpg" alt="&quot;Spiegel&quot; Interview mit Christian Lindner" title="&quot;Spiegel&quot; Interview mit Christian Lindner" width="294" height="278" class="alignnone size-full wp-image-4021" /></p>
<p><span id="more-4017"></span>Das gilt offenbar nicht nur für Lindner. Im aktuellen <a href="http://www.fdp.de/#/Themen-A-Z/285b105/index.html">A-Z auf der Website der FDP</a> findet man zwar Themen wie Filmpolitik oder Lebenspartnerschaften, auf Themen wie die (Direkte) Demokratie oder Volksrechte stösst man aber nicht.</p>
<p>Jetzt mal ehrlich, Christian Lindner?</p>
<blockquote><p>Eine Volksgesetzgebung auf Bundesebene passt nicht in das Grundgesetz, auch wegen des Föderalismus.</p></blockquote>
<p>Dieser Satz ist schlicht Quatsch. Volksrechte auf allen Ebenen &#8211; das ist Föderalismus! In der Schweiz zum Beispiel funktioniert das seit vielen Jahrzehnten bestens, die Bürger können sich auf Gemeinde-, auf Kantons- und Bundesebene mit Volksinitiativen und Referenden direktdemokratisch beteiligen.</p>
<p>Was hat die FDP eigentlich konkret umgesetzt in ihrer Regierungszeit? Befördert durch die Medien, bleiben den Bürgern lediglich die Steuererleichterungen für die Hotelbranche in Erinnerung. Es mag ja sein, dass die den Wählern versprochenen Ziele in der Koalition mit der CDU/CSU nicht zu erreichen waren. Dann wäre aber die einzig richtige Lösung gewesen, die Regierung zu verlassen.</p>
<p>Die FDP hat sich lieber dazu entschieden, alle ihre Ideale über Bord zu werfen, nur um an der Macht zu bleiben. Was zu einem Zusammenbruch aller Glaubwürdigkeit und einer noch nicht dagewesenen Abwendung der Wähler geführt hat. Na immerhin fährt das FDP-Kader nach wie vor in von Steuergeldern finanzierten Dienstwagen herum. Man zählt wohl darauf, dass die Wähler bis zur nächsten Bundestagswahl das eine oder andere vergessen werden.</p>
<p>Hätte ich jemals die deutsche FDP gewählt &#8211; ich würde es so schnell nicht wieder tun.</p>
<p><small>Siehe dazu auch <a href="http://www.mehr-demokratie.de/6033.html?&#038;tx_ttnews[backPid]=5859&#038;tx_ttnews[tt_news]=11211&#038;cHash=6f66e7044fed333d9631fd686da9eb98">&#0171;Gegen Volksabstimmung: Lindner wirft FDP-Beschlüsse über Bord&#0187;</a> (mehr-demokratie.de)</small></p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=4017&amp;md5=56815d2f631c53f957ebb2503606bcb8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stimmzettel zu Stuttgart21: Das grosse Hä?!</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/10/08/stimmzettel-zu-stuttgart21-das-grosse-hae/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 16:59:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der ersten Volksabstimmung der Geschichte Baden-Württembergs wird am 27. November darüber abgestimmt, ob das Land aus der Finanzierung des geplanten Tiefbahnhofs Stuttgart21 aussteigt. Da das Thema die Bürger schon seit vielen Monaten und Jahren bewegt, sind die Meinungen weitgehend gemacht. Bestens, denkt sich der mündige Bürger, dann wollen wir mal den Stimmzettel ausfüllen: Ähm, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der ersten Volksabstimmung der Geschichte Baden-Württembergs wird am 27. November darüber abgestimmt, ob das Land aus der Finanzierung des geplanten Tiefbahnhofs Stuttgart21 aussteigt. Da das Thema die Bürger schon seit vielen Monaten und Jahren bewegt, sind die Meinungen weitgehend gemacht.</p>
<p>Bestens, denkt sich der mündige Bürger, dann wollen wir mal den Stimmzettel ausfüllen:</p>
<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/stimmzettel-stuttgart-21.jpg" alt="Stimmzettel Stuttgart 21" title="Stimmzettel Stuttgart 21" width="508" height="333" class="alignnone size-full wp-image-3971" /></p>
<p>Ähm, was, wie jetzt? Na gut, etwas weiter unten ist ja erklärt, was das heissen soll, lesen wir halt das mal:</p>
<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/stimmzettel-stuttgart21-erklaerung.jpg" alt="Stimmzettel Stuttgart21 Erklärung" title="Stimmzettel Stuttgart21 Erklärung" width="521" height="331" class="alignnone size-full wp-image-3970" /></p>
<p>Immer noch nichts verstanden? Du bist wohl zu blöd zum Abstimmen, wie? Geh doch wieder nach Hause! Was, Du willst nicht nach Hause?</p>
<p>Na gut, also eigentlich verhält es sich so:</p>
<p><span id="more-3698"></span><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/erklaerung-zu-stuttgart-21.jpg" alt="Erklärung zu Stuttgart 21" title="Erklärung zu Stuttgart 21" width="499" height="54" class="alignnone size-full wp-image-3969" /></p>
<p>Nachzulesen sind diese drei Zeilen zwar <a href="http://www.lpb-bw.de/volksabstimmung_stuttgart21.html">online</a>, auf dem Muster des Amtlichen Stimmzettels (<a href="http://www.baden-wuerttemberg.de/fm7/1899/Muster_Stimmzettel%20Volksabstimmung_S_21.pdf">PDF-Datei</a>) steht diese, (für die Meisten womöglich einzig) verständliche Formulierung aber nicht.</p>
<p>Jokerfrage: Was fällt auf? <strong>Mit einem &#0171;Nein&#0187; stimmt man für die Fortführung des Bauprojekts Stuttgart21, mit einem &#0171;Ja&#0187; für den Ausstieg.</strong></p>
<p>O Gott, Nein, der Bürger soll doch nicht verwirrt oder gar getäuscht werden, was für eine infame Unterstellung! Keineswegs soll er, entmutigt vom ihm unverständlichen Abstimmungstext, sein Stimmrecht unbenutzt lassen. Er soll doch nur recht verstehen, um was es geht, bevor er seine demokratischen Rechte bei so einer wichtigen Frage anwendet. Denn etwas mitdenken soll er schon, es geht doch nämlich hier um eine ganz, ganz schwierige Entscheidung, das alles nicht so einfach nämlich, <strong>es ist nichts mehr als eine simple Ja/Nein-Frage</strong>, bei der doch alles seine Richtigkeit haben muss.</p>
<p><a href="http://www.lpb-bw.de/volksabstimmung_stuttgart21.html">&#0171;Volksabstimmung zu Stuttgart 21 am 27. November 2011&#8243;</a> (lpb-bw.de)<br />
<a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.volksabstimmung-zu-stuttgart-21-irrefuehrende-formulierung.bd5b4bc1-6f74-4f20-9674-877900d3484a.html">&#0171;Irreführende Formulierung&#0187;</a> (stuttgarter-zeitung.de)<br />
<a href="http://www.schwaebische-post.de/577258/">&#0171;Deutliche Kritik am Wahlzettel&#0187;</a> (schwaebische-post.de)<br />
<a href="http://www.schwaebische.de/region/wir-im-sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-CDU-S-21-Volksabstimmung-ist-tendenzioes-_arid,5141366.html">&#0171;CDU: S-21-Volksabstimmung ist tendenziös&#0187;</a> (schwaebische.de)<br />
<a href="http://www.schwaebische.de/region/wir-im-sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-Sprachforscher-S21-Stimmzettel-haette-besser-erklaert-werden-koennen-_arid,5141495.html">Sprachforscher: S21-Stimmzettel hätte besser erklärt werden können</a> (schwaebische.de)<br />
<a href="http://stohl.de/wordpress/?p=95372">&#0171;S21-Stimmzettel, wie er sein könnte&#0187;</a> (stohl.de)</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=3698&amp;md5=43c5434651434904994a294b355131eb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Bundesgewürzbüchlein</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/10/02/das-bundesgewuerzbuechlein/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2011 19:01:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zu den schweizerischen Parlamentswahlen 2011 liefert die Bundeskanzlei eine Wahlhilfe, die mehr die Sinne befriedigen als informieren will. Was soll das? In drei Wochen finden in der Schweiz nationale Parlamentswahlen statt, und irgendwie scheint es keinen zu interessieren. Der Wahlkampf hoppelt flau vor sich hin, die Debatten drehen sich um marginale Fragen. Nun könnten aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zu den schweizerischen Parlamentswahlen 2011 liefert die Bundeskanzlei eine Wahlhilfe, die mehr die Sinne befriedigen als informieren will. Was soll das? </strong></p>
<p><a href="http://www.bk.admin.ch/themen/pore/nrw/index.html?lang=de&amp;download=M3wBPgDB_8ull6Du36WenojQ1NTTjaXZnqWfVpzLhmfhnapmmc7Zi6rZnqCkkIZ7gXp9bKbXrZ6lhuDZz8mMps2gpKfo"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/bundeskanzlei-in-der-kuerze-liegt-die-wuerze.png" alt="Bundeskanzlei &quot;In der Kürze liegt die Würze&quot;" title="Bundeskanzlei &quot;In der Kürze liegt die Würze&quot;" width="258" height="369" class="alignleft size-full wp-image-3929" /></a>In drei Wochen finden in der Schweiz nationale <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Schweizer_Parlamentswahlen_2011">Parlamentswahlen</a> statt, und irgendwie scheint es keinen zu interessieren. Der Wahlkampf hoppelt flau vor sich hin, die Debatten drehen sich um marginale Fragen.</p>
<p><strong>Nun könnten aber diese Wahlen die wichtigsten seit Jahren sein. </strong>Europa und die USA stehen finanziell vor dem Abgrund. Eine Finanzkrise, die bisher als unangreifbar geltende Banken, Staaten und Firmen erschüttern, vielleicht sogar zerstören könnte, liegt in der Luft. Wer am 23. Oktober 2011 nicht an der Wahl teilnimmt, könnte das noch bitter bereuen.</p>
<p>Um eine persönliche Wahlempfehlung abzugeben: Wer diesmal wählt, sollte darauf achten, keine Schönwetterpolitiker zu wählen &#8211; sondern welche, die auch unter widrigen Bedingungen die Ruhe bewahren und stets mit Vernunft und Verantwortung vorgehen. Die den Eindruck machen, als würden sie, wenn sie sich als Passagier auf einem sinkenden Schiff wiederfinden, nicht schreiend im Kreis herumrennen und Panik verbreiten und auch nicht still vor sich hinbetend dem Untergang entgegensehen. Vielleicht wäre es auch klug, Politiker und Politikerinnen zu wählen, die angesichts grosser Milliardenbeträge nicht kapitulieren oder in eine Mir-doch-egal-Stimmung geraten. Solche, die eigenständig denken und nicht ihren Verstand und ihre Verantwortung der Partei oder der Fraktion abgeben. Und solche, die Charakter genug haben, nach der Wahl so zu handeln, wie sie es vor der Wahl versprochen haben.</p>
<p>Wer von Parteien, Partei- und Fraktionszwang eher wenig hält, wird, wie ich, eine freie Liste in die Hand nehmen &#8211; und diese mit Namen von Politikern und Politikerinnen füllen, denen er die eben beschriebenen Eigenschaften zutraut. <a href="http://www.augenreiberei.ch/2011/09/28/hilfe-im-wahl-dschungel-13/">&#0171;Hilfe im Wahldschungel&#0187;</a> bietet zum Beispiel Titus Sprenger in einer dreiteiligen Serie an.</p>
<p>Eigentlich denkt man, die <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Schweizerische_Bundeskanzlei">Schweizerische Bundeskanzlei</a> würde erklären, wie genau man das macht. Doch weit gefehlt: Statt einer Erklärung, wie man eine freie Liste ausfüllt und wie man die demokratischen Rechte des <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Kumulieren">Kumulierens</a> und des <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Panaschieren">Panaschierens</a> ausübt, wie man überhaupt einen auf jeden Fall gültigen Wahlzettel ausfüllt, wird man mit einem Gewürz- und Kochbuch konfrontiert (<a href="http://www.bk.admin.ch/themen/pore/nrw/index.html?lang=de&#038;download=M3wBPgDB_8ull6Du36WenojQ1NTTjaXZnqWfVpzLhmfhnapmmc7Zi6rZnqCkkIZ7gXp9bKbXrZ6lhuDZz8mMps2gpKfo">PDF-Datei, 3.4 MB</a>).</p>
<p>So eine schnieke Broschüre befriedigt vielleicht das ästhetische oder sinnliche Gefühl einiger Bürger &#8211; aus demokratischer Sicht ist sie aber einfach nur ein Ärgernis. Was zur Hölle hat ein Gerstensuppen-Rezept in einer Broschüre zu suchen, die eine Wahlhilfe verspricht?</p>
<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/buendner-gerstensuppe.png" alt="Bündner Gerstensuppe in der Broschüre zur Schweizer Parlamentswahl 2011" title="Bündner Gerstensuppe in der Broschüre zur Schweizer Parlamentswahl 2011" width="567" height="424" class="alignnone size-full wp-image-3934" /></p>
<p><span id="more-3924"></span><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/schweiz_wahlen_bund_infobroschuere_1.10056676.html">In der Ende März den Medien präsentierten Broschüre</a> werden zwar die wichtigsten Positionen der grossen Parteien vorgestellt, doch wie man nun genau wählt und wie man vor allem seine Stimme nicht ungültig abgibt, wird nur so in etwa gesagt. Die Informationen dazu sind auch überhaupt nicht geordnet; man muss schon das ganze Büchlein durchlesen, um die gewünschte Information zu erhalten, die ja eigentlich Grundlage für den, ja, von Steuerzahlern bezahlten Druck ist. Geleitet wird man nach dem Grusswort von Bundeskanzlerin <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Corina_Casanova">Corina Casanova</a> von Schwachsinnstiteln aus der PR-Küche wie &#0171;Die Schweiz, die grösste Monarchie&#0187;, &#0171;Jetzt haben wir den Salat&#0187;, &#0171;Etwas Theorie für Erbsenzähler&#0187;, &#0171;Die Grossen haben gut Kirschen essen&#0187;, &#0171;Harmonie der Sinne&#0187;, &#0171;Convenience &#8211; der grosse Trend&#0187; oder &#0171;Je nach Gusto&#0187;. Was für ein Unsinn!</p>
<p>Zum Vergleich lohnt sich ein Blick in die <a href="http://www.admin.ch/ch/d/pore/nrw95/broch.html">Broschüre der Nationalratswahlen von 1995</a>. Die Möglichkeit des leeren Wahlzettels wurde damals als Variante 1 vorgestellt, vor der zweiten Möglichkeit, den vorgedruckten Wahlzetteln.</p>
<p>Die Broschüre 2003 (<a href="http://www.admin.ch/ch/d/pore/nrw03/N2003Brochure.pdf">PDF-Datei, 1.2 MB</a>) lieferte eine Anleitung, wie leere Wahlzettel auszufüllen sind:</p>
<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/broschuere-nationalratswahlen-2003.png" alt="Broschüre Nationalratswahlen 2003" title="Broschüre Nationalratswahlen 2003" width="410" height="605" class="alignnone size-full wp-image-3932" /></p>
<p>Wie auch die Broschüre 2007 (<a href="http://www.bk.admin.ch/themen/pore/nrw/index.html?lang=de&#038;download=M3wBPgDB_8ull6Du36WenojQ1NTTjaXZnqWfVpzLhmfhnapmmc7Zi6rZnqCkkIR8hH,DbKbXrZ6lhuDZz8mMps2gpKfo">PDF-Datei, 2 MB</a>):</p>
<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/10/broschuere-nationalratswahlen-2007.png" alt="Broschüre Nationalratswahlen 2007" title="Broschüre Nationalratswahlen 2007" width="319" height="456" class="alignnone size-full wp-image-3941" /></p>
<p>Auf mich wirkt die «Kleine Staats- und Wahlkunde für die Nationalratswahlen vom 23. Oktober 2011» nicht so, als wolle die Bundeskanzlei, dass sich der Bürger tatsächlich an der Wahl beteiligt. Dabei wird doch vielerseits betont, wie wichtig die Höhe der Wahlbeteiligung ist für die demokratische Legitimation eines Parlaments, einer Regierung.</p>
<p>Viel eher habe ich den Eindruck, als wollen sich die Behörden nicht zu viel Arbeit aufhalsen mit freigeistigen Wählern, die frecherweise darauf bestehen, eine freie Liste auszufüllen, statt schön brav einen Vordruck einzuwerfen. Wäre es denn nicht das Einfachste, wenn die Wähler gleich auf ihre demokratischen Rechte verzichten würden und zu Hause blieben? Diesen Gefallen sollte man den Beamten nicht tun. Gehet also hin und nehmet Eure demokratischen Rechte wahr &#8211; damit man sie Euch nicht wegnimmt.</p>
<p>Siehe dazu auch:<br />
<a href="http://www.hossli.com/articles/2011/10/02/casanovas-wahli-goreng/">&#0171;Casanovas Wahli-Goreng&#0187;</a> (Peter Hossli)</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=3924&amp;md5=1a36a4ae86018eae8d87bf96c61eb8a0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Euro-Rettungsfonds EFSF: Was deutsche Parlamentarier darüber wissen</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 17:06:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wann auch immer die Diskussion auf Direkte Demokratie kommt, immer wird das Argument vorgebracht, die Bürger seien nicht verständig genug, um Entscheidungen mit grosser Tragweite vernünftig zu fällen. Nun aber haben diese Woche deutsche Parlamentarier in Bundestag und Bundesrat in erstaunlich grosser Zahl zugestimmt, dass die Europäische Finanz-Stabilisierungs-Fazilität Kredite an Staaten und Banken gewähren kann, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wann auch immer die Diskussion auf Direkte Demokratie kommt, immer wird das Argument vorgebracht, die Bürger seien nicht verständig genug, um Entscheidungen mit grosser Tragweite vernünftig zu fällen.</p>
<p>Nun aber haben diese Woche deutsche Parlamentarier in Bundestag und Bundesrat <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1264/Content/DE/Artikel/2011/09/2011-09-29-eurorettungsschirm-zweite-dritte-lesung.html">in erstaunlich grosser Zahl zugestimmt</a>, dass die <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/EFSF#Europ.C3.A4ische_Finanzstabilisierungsfazilit.C3.A4t">Europäische Finanz-Stabilisierungs-Fazilität</a> Kredite an Staaten und Banken gewähren kann, die hoffnungslos oder auch weniger hoffnungslos Pleite sind und darum an den Finanzmärkten keine Kredite zu verantwortbaren Zinssätzen mehr bekommen. Bezahlen muss diese sehr schnell mal sehr unüberschaubar werdenden Beträge im Bedarfsfall der Steuerzahler.</p>
<p>Nun würde man annehmen, dass die Parlamentarier, die so hohe Summen genehmigen, exakt Bescheid wissen, um was es geht. Doch das ist nicht so, wie &#0171;Panorama&#0187; herausfand.</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/iLLfUIm4sWs" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><span id="more-3916"></span>Klar, von jenen Parlamentariern, die korrekt Bescheid wussten, wurden vermutlich nicht alle Aussagen gesendet (nehm ich jetzt einfach mal an). Und ja, bei einer Gruppe von über 600 Leuten findet man immer mal wieder welche, die keine Ahnung haben, obwohl sie Ahnung haben müssten.</p>
<p>Trotzdem stellt sich die Frage, wieviele dem Volk verpflichtete Vertreter ihr eigenständiges Denken aufgegeben haben und ihre Aufgabe übergeordneten Stellen überlassen haben, also der Partei oder der Fraktion. Wenn sowieso die Partei oder die Fraktion entscheiden &#8211; wieso braucht es denn so viele Parlamentarier, die auch noch <a href="http://www.direktedemokratie.com/2011/05/12/explosion-der-parlamentsmitarbeiter/">fast 15000 Euro pro Monat für Mitarbeiter zur Verfügung</a> haben?</p>
<p>Wäre dieses Gesetz genehmigt worden, wenn das Volk darüber zu entscheiden hätte? Man darf es bezweifeln.</p>
<p><a href="http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/rettungsschirm111.html"><strong>Ahnungslose Abgeordnete: Rettungsschirm? &#0171;Irgendwie teuer&#8230;&#0187;</strong></a><br />
<em>(daserste.ndr.de, Video, 3:35 Minuten)</em></p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=3916&amp;md5=5665286227b7adf0776911f5a2d9465a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schweiz: Neue Kampfflugzeuge dank direktdemokratischem Eigentor?</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/09/29/schweiz-neue-kampfflugzeuge-dank-direktdemokratischem-eigentor/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 07:30:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Steiger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Politiker befürworten direkte Demokratie häufig nur so lange, wie sie den eigenen Interessen dient. Vielleicht ist so zu erklären, wieso das schweizerische Parlament darauf verzichtet, die umstrittene Finanzierung von neuen Kampfflugzeugen für die Schweizer Luftwaffe («Tiger-Teilersatz TTE») freiwillig der Möglichkeit einer Volksabstimmung, dem so genannten fakultativen Referendum, zu unterstellen: Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates (SiK-N) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/wp-content/uploads/2011/09/rafale_001.jpg" width="600" height="329" alt="" title="" class="aligncenter" /></p>
<p>Politiker befürworten direkte Demokratie häufig nur so lange, wie sie den eigenen Interessen dient. Vielleicht ist so zu erklären, wieso das <a href="http://www.parlament.ch/d/mm/2011/Seiten/mm-sik-n-2011-09-22.aspx">schweizerische Parlament darauf verzichtet</a>, die umstrittene Finanzierung von <a href="http://www.lw.admin.ch/internet/luftwaffe/de/home/dokumentation/assets/beschaffungen_vorhaben/tigerteilersatz.html">neuen Kampfflugzeugen für die Schweizer Luftwaffe («Tiger-Teilersatz TTE»)</a> freiwillig der Möglichkeit einer Volksabstimmung, dem so genannten fakultativen Referendum, zu unterstellen:</p>
<blockquote><p>Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates (SiK-N) beantragt mit 16 zu 0 Stimmen bei 10 Enthaltungen an der Gewährung eines Ausgabenplafonds von 5 Milliarden festzuhalten. Mit diesem Ausgabenplafond soll die neue Armee, der Kauf von neuen Kampfflugzeugen und die Beseitigung der Ausrüstungslücken finanziert werden. […] Ein Antrag Allemann, der die Gewährung eines Ausgabenplafonds für die Armee dem fakultativen Referendum unterstellen wollte, wurde mit 18 zu 8 Stimmen abgelehnt. […]</p></blockquote>
<p>Gleichzeitig liegt es aber an den Bürgern, die verfügbaren direktdemokratischen Möglichkeiten auch tatsächlich zu nutzen. So hatte die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gruppe_f%C3%BCr_eine_Schweiz_ohne_Armee">Gruppe für eine Schweiz ohne Armee</a> (GSoA) Mitte 2009 die notwendigen mehr als 100&#8242;000 Unterschriften für ihre <a href="http://www.admin.ch/ch/d//pore/vi/vis365t.html">eidgenössische Volksinitiative «Gegen neue Kampfflugzeuge»</a> gesammelt, die ein Moratorium für den Kauf neuer Kampfflugzeuge bis am 31. Dezember 2019 vorsah. Anfang 2011 <a href="http://www.admin.ch/ch/d//pore/vi/vis365.html">zog die GSoA ihre Volksinitiative dann aber zurück</a>, weil <a href="http://www.gsoa.ch/medien/01710/gsoa-zieht-initiative-zuruck-ziel-der-initiative-g/">sie glaubte, ihr Ziel ohne Volksabstimmung erreicht zu haben</a>:</p>
<p><span id="more-3885"></span></p>
<blockquote><p>Die Vollversammlung der GSoA hat heute in Bern entschieden, ihre Initiative gegen neue Kampfflugzeuge zurückzuziehen. Das Ziel der Initiative, die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge vor 2020 zu verhindern, hat die GSoA erreicht. Gleichzeitig hat die GSoA beschlossen gegen allfällige erneute Beschaffungsversuche das Referendum zu ergreifen. […] Rund um den Beschaffungsversuch leisteten sich Rüstungslobbyisten und bürgerliche PolitikerInnen ein Trauerspiel sondergleichen. Als letzter Akt dieses Polittheaters ist nun auch der Entscheid der SiK-Nationalrat von dieser Woche zu deuten, welche eine Erhöhung des Ausgabenplafonds für die Armee fordert, um die Kampfflugzeuge noch vor 2020 zu beschaffen. Selbst bürgerliche PolitikerInnen schätzen die Chancen dieses erneuten Aufbegehrens als sehr klein ein. Sollte die Motion wider Erwarten eine Mehrheit im Parlament finden, wird die GSoA das Referendum ergreifen. (Die Erhöhung des Ausgabenplafonds für die Armee benötigt eine Gesetzesrevision und ist deshalb referendumsfähig.)</p></blockquote>
<p>Die GSoA verzichtete voreilig auf das politische Druckmittel ihrer erfolgreich zustande gekommenen Volksinitiative. Sie glaubte fahrlässigerweise, ihr Ziel bereits erreicht zu haben, und ging fälschlicherweise davon aus, gegen die damals bereits befürchtete Finanzierung über einen erhöhten Ausgabenplafonds könne allenfalls das Referendum ergriffen werden – Letzteres hätte allerdings weitere 50&#8242;000 Unterschriften bedingt. Nun findet vorläufig keine Volksabstimmung statt, ein Referendum ist auch nicht möglich und der GSoA bleibt nur noch übrig, erneut 100&#8242;000 Unterschriften für eine Volksinitiative zu sammeln. Aufgrund des notwendigen Zeitdauer bis zur Abstimmung über eine erneute Volksinitiative der GSoA ist unwahrscheinlich, dass damit eine Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen direktdemokratisch verhindert werden kann.</p>
<p>Im Ergebnis haben die Befürworter und Gegner der Kampfflugzeug-Beschaffung gemeinsam verhindert, dass die schweizerische Stimmbevölkerung in dieser Angelegenheit selbst entscheiden kann. Die Befürworter, weil sie ohne Zwang zu einer Volksabstimmung im eigenen Interesse darauf verzichteten, und die Gegner mit einem Eigentor durch voreiligen Verzicht auf die Abstimmung über eine bereits zustande gekommene Volksinitiative.</p>
<p><small>Bild: <a href="http://www.lw.admin.ch/internet/luftwaffe/de/home/dokumentation/assets/beschaffungen_vorhaben/tigerteilersatz/tte_fotos.html">Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport</a> (VBS).</small></p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=3885&amp;md5=e69eeb0842149e7293146c6d4f570b66" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schweizerische Parteien vernachlässigen Verjüngung der Demokratie</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 07:47:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Steiger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Politologe Claude Longchamp kommt zum Schluss, dass schweizerische Parteien im Vorfeld der anstehenden National- und Ständeratswahlen junge Wähler und deren vorrangigen Themen vernachlässigen: Ganz schlimm sieht es bei den Jugend-spezifischen Themen aus: Dabei läge alles auf dem Tisch: Das [Credit Suisse-] Jugendbarometer 2011 nannte Ausländerintegration, Eintritt ins Erwerbsleben, Sicherheit der Altersvorsorge, Schutz vor Umweltkatastrophen, Kernenergiefragen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.zoonpoliticon.ch/blog/14960/erstwahlerinnen-ein-no-go-im-wahlkampf-2011/">Politologe Claude Longchamp kommt zum Schluss</a>, dass schweizerische Parteien im Vorfeld der anstehenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Parlamentswahlen_2011">National- und Ständeratswahlen</a> junge Wähler und deren vorrangigen Themen vernachlässigen:</p>
<blockquote><p>Ganz schlimm sieht es bei den Jugend-spezifischen Themen aus: Dabei läge alles auf dem Tisch: Das <a href="https://infocus.credit-suisse.com/app/topic/index.cfm?fuseaction=OpenTopic&#038;coid=284834&#038;lang=DE">[Credit Suisse-] Jugendbarometer 2011</a> nannte Ausländerintegration, Eintritt ins Erwerbsleben, Sicherheit der Altersvorsorge, Schutz vor Umweltkatastrophen, Kernenergiefragen, Rassismus und Sexismus im Alltag als vorrangige Themen der jungen Menschen, wenn es um Politik geht.</p></blockquote>
<p>Und fordert zu Recht mehr Engagement der schweizerischen Parteien:</p>
<blockquote><p>Erschütternd ist aber, dass gerade mal 17 Prozent der denkbaren ErwählerInnen ihren Wahlzettel abgeben wollen, während 83 Prozent sagen, das gehe sie nichts an und interessiere nicht. Da braucht es nochmals kräftig Gegensteuer – ohne Wehklagen und ohne Wahlzwang.</p>
<p>Denn Politik in der Demokratie setzt auf Mündigkeit. Die schliesst Freiwilligkeit seitens der BürgerInnen mit ein, und sie lässt politische Werbung seitens der Parteien zu. Letztere haben noch 6 Wochen Zeit, ihren Willen zur Erneuerung der Wählerschaft zu beweisen, und auch die Medien können noch mehr als einen Monat aufzeigen, was die BürgerInnen von morgen wollen, und wer sie dabei anspricht.</p>
<p>Zum Nutzen des politischen Nachwuchses und der Zukunft der Demokratie.</p></blockquote>
<p>Letzteres hoffentlich auch zum Nutzen einer erfolgreichen direktdemokratischen Zukunft.</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=3870&amp;md5=da83b5fe93248ff862a12f26508b5482" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rückblick auf ein erfolgreiches Denkfest in Zürich</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/09/11/rueckblick-auf-ein-erfolgreiches-denkfest-in-zuerich/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2011 14:45:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Steiger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute Sonntag ging in Zürich das erste Denkfest der Freidenker-Vereinigung der Schweiz zu Ende. Die Konferenz unter dem Motto «Vier Tage Wissenschaft, kritisches Denken und intelligente Unterhaltung» war die bislang grösste Veranstaltung der Freidenker-Vereinigung und aus meiner Sicht als Besucher ein grosser Erfolg: Die Mischung aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und unterhaltsamen Elementen entsprach dem Motto und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/wp-content/uploads/2011/09/denkfest2011_001.jpg" width="600" height="331" title="" alt="" class="aligncenter" /></p>
<p>Heute Sonntag ging in Zürich das <a href="/2011/09/06/veranstaltungstipp-denkfest-vom-8-bis-11-september-2011-in-zuerich/">erste Denkfest der Freidenker-Vereinigung der Schweiz</a> zu Ende. Die <a href="http://denkfest.ch/">Konferenz unter dem Motto «Vier Tage Wissenschaft, kritisches Denken und intelligente Unterhaltung»</a> war die bislang grösste Veranstaltung der <a href="http://www.frei-denken.ch/">Freidenker-Vereinigung</a> und aus meiner Sicht als Besucher ein grosser Erfolg:</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2011/09/denkfest2011_002.jpg" width="600" height="344" title="" alt="" class="aligncenter" /></p>
<p>Die Mischung aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und unterhaltsamen Elementen entsprach dem Motto und bot inhaltlich viel Abwechslung und neues Wissen. Die Veranstaltung war hervorragend und mit sichtbaren Ambitionen organisiert, Andreas Kyriacou und all die anderen Denkfest-Helfer waren omnipräsent. Die Möglichkeiten des Veranstaltungsortes im Zürcher Volkshaus wurden sehr gut genutzt. Als Teilnehmer wurde man immer wieder grosszügig verpflegt und hatte viel Gelegenheit, sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen oder den Kontakt zu Referenten zu suchen, die man bislang nur aus ihren Publikationen kannte. Die Referenten pflegten keinen einheitlichen Stil, aber mit ihrem Engagement konnten sie mehrheitlich überzeugen.</p>
<p>Ich hoffe, die Freidenker-Vereinigung der Schweiz empfindet dieses erste Denkfest genauso als Erfolg und sieht darin Grund genug, früher oder später ein weiteres Denkfest zu organisieren.</p>
<p><small><strong>Hinweis:</strong> DirekteDemokratie.com wurde freundlicherweise als Medienvertreterin an das Denkfest eingeladen.</small></p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=3856&amp;md5=1af491a0703a8e5211cfdd56e7735639" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Veranstaltungstipp: Denkfest vom 8. bis 11. September 2011 in Zürich</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/09/06/veranstaltungstipp-denkfest-vom-8-bis-11-september-2011-in-zuerich/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 18:20:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Steiger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ab Donnerstag findet in Zürich während vier Tagen das Denkfest statt. Denkfest? 40 Redner aus vier Kontinenten bestreiten eine Veranstaltung rund um Wissenschaft, kritisches Denken und Intelligente Unterhaltung. Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz organisiert die Veranstaltung und bietet auch aus politischer Sicht viele interessante Programmpunkte: Am Donnerstag, 8. September 2011 diskutiert unter anderem der kritische DirekteDemokratie.com-Kommentator [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.denkfest.ch/"><img src="/wp-content/uploads/2011/09/denkfest_001_300.png" width="300" height="189" alt="" class="alignright" /></a></p>
<p>Ab Donnerstag findet in Zürich während vier Tagen das <a href="http://denkfest.ch/">Denkfest</a> statt. <strong>Denkfest?</strong></p>
<p>40 Redner aus vier Kontinenten bestreiten eine Veranstaltung rund um Wissenschaft, kritisches Denken und Intelligente Unterhaltung. Die <a href="http://www.frei-denken.ch/">Freidenker-Vereinigung der Schweiz</a> organisiert die Veranstaltung und bietet auch aus politischer Sicht viele interessante Programmpunkte:</p>
<p>Am <a href="http://denkfest.ch/de/program/thursday/thursday.html">Donnerstag, 8. September 2011</a> diskutiert unter anderem der kritische <a href="/2011/07/30/grossbritannien-stimmt-ueber-eu-aenderungen-ab/#comment-548">DirekteDemokratie.com-Kommentator Ali Arbia</a> beim <a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2011/06/denkfest-2011-skeptic-blogging-diskussionsrunde.php">Podium «Skeptic Blogging»</a>. Am <a href="http://denkfest.ch/de/program/friday/friday.html">Freitag, 9. September 2011</a> sorgt insbesondere der <a href="http://mondverschwoerung.de/">Film «Die Mondverschwörung»</a> für Unterhalt. Am <a href="http://denkfest.ch/de/program/saturday/saturday.html">Samstag, 10. September 2011</a> wird beispielsweise über «Die Psychologie seltsamer Überzeugungen» diskutiert. Und am <a href="http://denkfest.ch/de/program/sunday/sunday.html">Sonntag, 11. September 2011</a> folgen ein «Skeptischer Blick auf Verschwörungstheorien» sowie eine Podiumsdiskussion über «Kritisches Denken richtig gemacht».</p>
<p><a href="http://denkfest.ch/de/tickets/tickets.html">Auf der Denkfest-Website</a> sind Tickets für einzelne oder mehrere Tage sowie einzelne Teile der Veranstaltung erhältlich. Der Besuch am «Skeptic Blogging»-Podium ist kostenlos.</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=3843&amp;md5=7a51ac1a4bac25841a82cbc19ecd27b9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wahlen in Berlin: Spitzenkandidaten halten am Quorum fest</title>
		<link>http://www.direktedemokratie.com/2011/09/01/wahlen-in-berlin-spitzenkandidaten-halten-am-quorum-fest/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 11:56:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[315 Kandidaten werden gefragt, ob und wie sie die Direkte Demokratie in Berlin ausbauen wollen. Die Spitzenkandidaten von Regierung und Opposition halten geschlossen am Zustimmungsquorum fest. Am 18. September finden in Berlin die Parlamentswahlen statt, das Abgeordnetenhaus und der Bürgermeister werden neu gewählt, mehr dazu unter wahlen-berlin.de. Vor wenigen Tagen war auf der gleichen Website [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>315 Kandidaten werden gefragt, ob und wie sie die Direkte Demokratie in Berlin ausbauen wollen. Die Spitzenkandidaten von Regierung und Opposition halten geschlossen am Zustimmungsquorum fest.</strong></p>
<p>Am 18. September finden in Berlin die Parlamentswahlen statt, das Abgeordnetenhaus und der Bürgermeister werden neu gewählt, mehr dazu unter <a href="http://www.wahlen-berlin.de/wahlen/BE2011/AllgemInfo.asp?sel1=1052&#038;sel2=1000/">wahlen-berlin.de</a>.</p>
<p>Vor wenigen Tagen war auf der gleichen Website ein Hinweis auf eine neue Broschüre zum Thema &#0171;Direkte Demokratie in Berlin&#0187; (<a href="http://www.wahlen-berlin.de/wahlinfos/hinweis/Direkte_Demokratie.pdf">PDF-Datei</a>) zu lesen. Das Dokument wird mit vielen schönen Worten eingeführt von Landeswahlleiterin Petra Michaelis-Merzbach:</p>
<blockquote><p><a href="http://www.wahlen-berlin.de/wahlinfos/hinweis/Direkte_Demokratie.pdf"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/09/direkte-demokratie-in-berlin.png" alt="Direkte Demokratie in Berlin, Broschüre" title="Direkte Demokratie in Berlin, Broschüre" width="274" height="389" class="alignleft size-full wp-image-3822" /></a>Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Die im Grundgesetz und in der Verfassung von Berlin verankerte Volkssouveränität ist ein Kernelement der Demokratie. Volkssouveränität wird als repräsentative Demokratie durch die Wahl zur Volksvertretung und als direkte Demokratie durch Abstimmungen ausgeübt. Repräsentative und direkte Demokratie sind keine Gegensätze, sondern gleichberechtigte Elemente der Volkssouveränität.</p>
<p>Das Land Berlin hat sich bewusst für eine Stärkung der direkten Demokratie entschieden und verschiedene Möglichkeiten der unmittelbaren politischen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger auf Bezirks- und Landesebene geschaffen. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Und so weiter. Was folgt, ist eine Ansammlung von Verordnungen und Formularen, ausgebreitet auf über 45 Seiten.</p>
<p>So lobenswert eine solche Broschüre im Sinne der Transparenz ist, weiss doch jeder, dass die Direkte Demokratie in Deutschland und auch in Berlin in einem beklagenswerten Zustand ist und von einer &#0171;Stärkung der direkten Demokratie&#0187; keine Rede sein kann: Entscheide sind oftmals gar nicht bindend, es gibt <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Quorum_%28Politik%29">Quoren</a>, die eindeutige Entscheidungen ungültig machen &#8211; und auf Bundesebene geht gar nichts, obwohl es das Grundgesetz grundsätzlich so vorsieht.</p>
<p><span id="more-3818"></span>Die Abteilung Berlin-Brandenburg des Vereins &#0171;Mehr Demokratie&#0187; hat darum den Kandidaten Fragen gestellt:</p>
<blockquote><p>- Sollen Bürgerentscheide zu bezirklichen Themen künftig rechtlich verbindlich sein?</p>
<p>- Sind Sie für eine ABSENKUNG des Zustimmungsquorums beim Volksentscheid?</p>
<p>- Sind Sie darüber hinaus auch für eine ABSCHAFFUNG des Zustimmungsquorums beim Volksentscheid?</p>
<p>- Sind Sie dafür, dass bei Privatisierungen von Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge zwingend eine Volksabstimmung stattfindet?</p>
<p>- Sind Sie dafür, dass das Land Berlin eine Bundesratsinitiative zur Einführung bundesweiter Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide durchführt?</p>
<p>- Sind Sie dafür, das aktive Wahlalter zur Abgeordnetenhauswahl abzusenken?</p>
<p>- Sind Sie dafür, dass die Wähler die Reihenfolge der Kandidaten auf den Parteilisten verändern können?</p>
<p>- Sind Sie dafür, dass dauerhaft in Berlin lebende Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit das Wahlrecht für die Berliner Wahlen erhalten?</p></blockquote>
<p>315 Kandidaten haben die Fragen beantwortet. Wer auch immer für Direkte Demokratie einsteht, wird mindestens sechs dieser acht Fragen mit &#0171;Ja&#0187; beantworten. Vielleicht wäre ein eindeutigeres Resultat erzielt worden, wenn ausschliesslich Fragen zur Ausweitung der bisherigen direktdemokratischen Möglichkeiten gestellt worden wären &#8211; es lohnt sich auf jeden Fall, auch die Details der Antworten zu beachten.</p>
<p>Wie auch immer, im <a href="http://bb.mehr-demokratie.de/bb_kandidatencheck.html"><strong>&#0171;Kandidatencheck zur Abgeordnetenhauswahl 2011&#8243;</strong></a> kann nun nachgesehen werden, welche Kandidaten des eigenen Wahlkreises für mehr Demokratie einstehen (oder das zumindest behaupten).</p>
<p>Die Spitzenkandidaten der Parteien <a href="http://bb.mehr-demokratie.de/spitzenkandidaten.html">antworteten so</a>:</p>
<p><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/uploads/2011/09/spitzenkandidaten.png" alt="Spitzenkandidaten zur Direkten Demokratie, Screenshot bb.mehr-demokratie.de" title="Spitzenkandidaten zur Direkten Demokratie, Screenshot bb.mehr-demokratie.de" width="502" height="526" class="alignnone size-full wp-image-3821" /></p>
<p>Ist es nicht traurig? Nicht ein Spitzenkandidat von SPD, CDU, Grüne, Linke und FDP ist für die Abschaffung des <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Quorum_%28Politik%29#Zustimmungsquorum">Zustimmungsquorums</a>. Die Berliner Regierungs- UND Oppositionsparteien sind gegen etwas, das in der Schweiz schon seit vielen Jahrzehnten funktioniert. Immerhin sprechen sich die Spitzenkandidaten der Grünen, der Linken und der FDP für eine rechtliche Bindung von Bürgerentscheiden aus &#8211; aber natürlich nur &#0171;zu bezirklichen Themen&#0187;.</p>
<p>Aber es gibt ja auch noch andere Parteien und Kandidaten. Vielleicht ist genau dieser Kandidatencheck eine gute Einstiegshilfe in die Wahl.</p>
 <p><a href="http://www.direktedemokratie.com/?flattrss_redirect&amp;id=3818&amp;md5=ac4f1d9e69ab76a5b01a2489a6555eab" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.direktedemokratie.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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