Eine Landsgemeinde in Zürich?

Eine «lose Gruppe von Zürcherinnen und Zürchern» plant, am kommenden Schweizer Nationalfeiertag, dem 1. August 2011, eine «Zürcher Landsgemeinde» durchzuführen.

Zürcher Landsgemeinde

Zürich kennt und kannte, anders als heute noch die Kantone Glarus und Appenzell Innerrhoden, keine Landsgemeinde. Das heisst, dass alles, was am 1. August in Zürich passieren wird, wird vorerst bedeutungslos sein. Doch das ist beabsichtigt: es soll, wie in der Idee zum Anlass nachzulesen ist, vor allem zum Nachdenken angestossen werden.

An der Landsgemeinde 2011 gehen wir handelnd und diskutierend einem demokratischen Ethos nach, demzufolge alle Konflikte und Kräfte eine Bühne und eine Stimme finden sollen. Es geht nicht um möglichst störungsfreie Abläufe und Verfahren, sondern um eine konfliktuelle und kreative Praxis. Wichtig dabei sind die gleichen Beteiligungsmöglichkeiten aller Beteiligungswilligen an der Demokratie als politischem Prozess und als Lebensform.

Ich neige dazu, in der Schweiz pseudo-direktdemokratische Aktionen abzulehnen. Der Grund liegt darin, dass mit solchen Aktionen die bereits existierenden Möglichkeiten der direkten Beteiligung ignoriert werden und so getan wird, als gäbe es ein womöglich schweres, dringend zu behebendes Defizit. In einem Land, das weltweit zu jenen wenigen Ländern gehört, deren Bürger sich weitgehende direktdemokratische Möglichkeiten erkämpft haben, wirkt das (auf mich) mitunter absurd.

Aber wahrscheinlich muss man die Aktion als das sehen, was sie ist: Eine «Landsgemeinde» für alle, die Lust haben, daran teilzunehmen, eine Art, den Nationalfeiertag mit der Direkten Demokratie zusammenzuführen.

Geht also hin, diskutiert, teilt Ideen, und kommt auf neue oder alte Erkenntnisse!

«Zürcher Landsgemeinde 2011″
(landsgemeinde-zuerich.ch)

Bild: Screenshot landsgemeinde-zuerich.ch

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