«Stoned by a mob»

Als der ehemalige griechische Verkehrsminister Kostis Hatzidakis gestern in Athen das Parlament verliess, sah er sich hunderten jungen Demonstranten gegenüber, die «Diebe» und «Schämt euch» riefen. Einige von ihnen jagten ihn durch die Strasse und schlugen ihn blutig.

Die Berichterstatterin vom «Telegraph» sieht Hatzidakis «stoned by a mob»:


«Former Greek minister attacked by mob as riots break out in Greece»
(telegraph.co.uk, Nick Squires)

Die Gewalt brach aus am Rande des schon siebten Generalstreiks in diesem Jahr und brachte Züge, Fähren, Busse, Flugzeuge, Fabriken und Krankenhäuser zum erliegen. Es gingen Schaufenster zu Bruch und Autos wurden angezündet.

Wird die Episode als Einzelfall in die Geschichte eingehen? Oder ist es vielmehr ein Vorbote dessen, was uns in den nächsten Monaten erwarten wird?

Wir werden es sehen. Für direktdemokratisch gefällte Entscheide, so unangenehm sie den Betroffenen und Gegnern auch sind, kann glücklicherweise nur die Mehrheit angegriffen werden.

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2 Kommentare

  1. Erstellt am 17. Dezember 2010 um 00:45 | Permanent-Link

    Man kann auch bei direktdemokratischen Entscheiden jene angreifen, welche für die Mehrheitsmeinung einstanden. Zum Glück ist das bis heute äusserst selten der Fall.

    Viel wichtiger erscheint mir der Aspekt der Mitwirkung bei einer direkten Demokratie. So kann nämlich niemand behaupten, er hätte sich an einem Entscheid nicht beteiligen können. Es nimmt den Bürger bei wichtigen Entscheiden in die Pflicht.

    • Erstellt am 17. Dezember 2010 um 10:16 | Permanent-Link

      Richtig. Die Proteste richten sich ja meist gegen die «Verantwortlichen», die dann «zurücktreten». Damit sind die Probleme aber noch nicht gelöst. Es wäre besser, wenn die Bürger versuchen, diese selbst anzupacken.

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