Europäische Parlamentarier und Twitter

Nicht wenige hegen das Vorurteil, Europa-Parlamentarier seien vor allem gut im Spesen aufschreiben. Und würden, auch wenn sie wollten, so oder so nicht viel mehr als Spesen bewirken. Nicht sehr erstaunlich ist es also, dass sie den Kontakt zu den Bürgern suchen. Auch aktiv, mit neuen sozialen Medien.

Haben die Europaparlamentarier die Produktion dieses Videos selbst bezahlt? Oder sind es die europäischen Steuerzahler, die dazu gezwungen werden, PR-Arbeit zu machen für die europäischen Abgeordneten? Da es auf dem offiziellen «channel of the European Parliament» publiziert wurde, muss man davon ausgehen. (Eine Anfrage an die Pressestelle des Europäischen Parlaments ist noch offen und wird je nach dem nachgereicht.)

Das Projekt tweetyourmep.eu von Toute l›Europe wird so finanziert:

Touteleurope is financed by public and private funds (French Foreign Ministry, EDF, SNCF…). The Tweet your MEP project has been possible by the support of the Hippocrene Foundation (France) and the King Baudouin Foundation (Belgium).

Siehe dazu auch europatweets.eu, wo man hingewiesen wird auf die Tweets von Daniel Cohn-Bendit (@danycohnbendit, 6600 Followers) oder Reinhard Bütikofer (@bueti, 4200 Followers).

Nachtrag, 30. September 2010, die Pressestelle antwortet wie folgt:

Mehr als 95% des Filmmaterials auf dem EP-YouTube-Kanal sind Produktionen von EuroparlTV, folglich fallen diese unter die Vertragsbedingungen von EuroparlTV. Anderes Filmmaterial stammt von institutionellen Partnern. Zum Beispiel werden Videoclips, die von der hausinternen ‹Audiovisuellen Abteilung› erstellt wurden, ausgestrahlt. In seltenen Fällen wird auch Material von der Kommission oder einem anderen institutionellen Partner ausgestrahlt, jedoch nur, wenn das Material einen sehr starken Bezug auf das Parlament aufweist.

Der Videoclip, auf den Sie verweisen, wurde einer öffentlichen Einrichtung namens Touteleurope finanziert und produziert. Es ist eine Produktion von Tweet Deinem EU-Abgeordneten (Tweet your MEP). Es wurde im EP YouTube-Kanal ausgestrahlt aufgrund seinen hohen Bezugs zum EP – zahlreiche Abgeordnete treten auf. Das Europäische Parlament hat keinerlei Kosten für diese Produktion oder an die Organisation gezahlt.

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