Wer beteiligt sich wie häufig?

Bolligen ist eine Gemeinde mit rund 6′000 Einwohnern in der Nachbarschaft der schweizerischen Bundesstadt Bern, wovon rund 4′800 stimmberechtigt sind. Oliver Heer, Politologiestudent an der Universität Zürich, untersuchte für seine Lizentiatsarbeit (Masterarbeit) bei 15 Abstimmungen und Wahlen, wer sich aus dem Kreis der Stimmberechtigten jeweils direktdemokratisch betätigt. Als Besonderheit erhielt Heer dafür die Stimmrechtausweise der Stimmenden von der Gemeinde zur Auswertung.

Politologie Claude Longchamp fasst die Ergebnisse in seinem Weblog «Zoon Politicon» wie folgt zusammen:

Sein erster Befund lautet: Nur rund 1 Prozent nimmt immer teil, wenn die Bürgerschaft aufgerufen wird, politisch zu entscheiden. Und nur 15 Prozent beteiligen sich nie. 84 Prozent sind damit selektiv Teilnehmende.

Sein zweiter Befund heisst: Die Häufigkeit der Abstimmungsteilnahme variiert nach Kriterien, wie etwa der Integration und Schicht, nicht aber hinsichtlich des Geschlechts und des Alters.

Und wie verträgt sich die Studie mit dem Stimm- und Wahlgeheimnis? Longchamp fügt kritisch an:

Der BürgerInnen-Beobachtung hängt der Geruch an, das Stimm- und Wahlgeheimnis zu unterlaufen. Das muss zwar nicht der Fall sein, man bewegt sich aber sehr nahe an der Grenze dazu.

«Zum Beispiel Bolligen»: Vor- und Nachteile von Fallstudien
Zoon Politicon

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