Das Konsumentenmagazin «Kassensturz» im Schweizer Fernsehen gab eine Umfrage zur Steuerehrlichkeit in der Schweiz im Auftrag. Die Umfrage ergab unter anderem folgendes:
Gross sind bei der Steuermoral auch die regionalen Unterschiede: In der Westschweiz halten 24 Prozent der Befragten getürkte Steuererklärungen für vertretbar. Im Tessin drücken 11 Prozent der Bürgerinnen und Bürger bei Steuersünden ein Auge zu. In der Deutschschweiz sind es nur gerade 8 Prozent.
Interessant ist, wie Gebhard Kirchgässner, Professor für Volkswirtschaftslehre und Ökonometrie an der Universität St.Gallen (HSG), diese regionalen Unterschiede interpretiert:
Diese regionalen Unterschiede nur mit kulturellen Faktoren erklären zu wollen, greift laut Professor Kirchgässner zu kurz. Vielmehr spiele die Ausgestaltung der direkten Demokratie eine übergeordnete Rolle: «Je mehr die Leute mitbestimmen können, desto höher ist ihre Bereitschaft, Steuern zu bezahlen. Die direkten Volksrechte sind in der Westschweiz im Schnitt aber weniger stark ausgeprägt als in der Deutschschweiz», erklärt der Steuerexperte. Und dies könne dazu beitragen, dass Steuerhinterziehung in der Westschweiz als weniger gravierend angesehen wird als in der Deutschschweiz.
Grosse Umfrage: Boni verderben die Steuermoral
(sf.tv, «Kassensturz»)




Ein Kommentar
Steuern hinterziehen lohnt sich, wenn man dadurch mehr Krankenkassenverbilligung erhält, weniger für den Schulzahnarzt, Krippenplatz etc. bezahlt.
Die Schweiz ist attraktiv für Reiche, das ärmere Drittel der Bevölkerung chrampft den ganzen Tag und bleibt die Lölis.