Sowas wie «Bild» gibt’s in jeder Staatsform

Bisher 29 mal wurde folgender Tweet von Jörn re-tweetet:

Screenshot twitter.com/FR31H31T

29 Retweets zeigen eine breite Zustimmung an. Ich dagegen bin mit dem Satz nicht einverstanden, auch wenn ich bei Bildblog.de mitarbeite.

Machen wir ein kleines Gedankenexperiment und lassen das «direkte» im Satz weg. Dann würde der Satz so heissen:

Ich bin gegen Demokratie in einem Land, in dem sich so viele Leute von der BILD-Zeitung verrückt machen lassen.

Hat sich was verändert im Satz? Eigentlich nicht.

Eine Zeitung wie «Bild» hätte auch in einer Diktatur oder in einer Monarchie eine gewisse Wirkungsmacht. Es geht um etwas anderes in der Frage:

Traut man dem Volk zu, dass es Sachfragen selbst entscheiden kann (direkte Demokratie) oder dass es Politiker wählt, von denen es sich vertreten fühlt (repräsentative Demokratie) – und zwar auch wenn es gefärbten, irreleitenden, gar falschen Informationen ausgesetzt ist (was es in jedem Fall ist)?

Die Alternative ist der Status Quo: Tatsächliche oder sogenannte Experten bestimmen über Fragen, die eine stimmberechtigte Bevölkerung durchaus entscheiden könnte und auch möchte. Das geschieht oft gesittet und nicht selten auf eine sinnvolle Weise. Es kann aber mitunter auch so aussehen:

(mehr dazu bei tagesschau.de: «Tumulte im ukrainischen Parlament».)

Meine Erfahrung ist, dass Argumente gegen direkte Demokratie oft auf jede Form von Demokratie angewendet werden können.

Oder sieht das jemand ganz anders?

(Video via kommtbjarnenu.wordpress.com)

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